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Datenspender Mensch?2012: Weltuntergang
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Weihnachtsmann oder
Nikolaus?
Lachen ist so richtig
gesund
Gesundes Leben braucht keinen
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Deutschland erfindet sich
jedes Mal aufs Neue
Wie der Kommerz die Tradition
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Ganz einfach geht’s im Kino:
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Das vergangene Jahr war an Tur­bulenzen, Höhen und Tie­fen kaum zu über­bieten. Der eine spricht vom Krisenjahr 2011, der an­dere vom Wirt­schafts­aufschwung in Deutsch­land, wieder andere von der Energiewende. Wir blicken zu­rück und wagen auch einen Ausblick auf das neue Jahr 2012. | mehr
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Das vergangene Jahr war an Tur­bulenzen,
Höhen und Tie­fen kaum zu über­bieten.
Der eine spricht vom Krisenjahr 2011,
der an­dere vom Wirt­schafts­aufschwung
in Deutsch­land, wieder andere von der
Energiewende. Wir blicken zu­rück und
wagen auch einen Ausblick auf das neue
Jahr 2012.

2012: Weltuntergang oder Wendejahr
Deutschland erfindet sich jedes Mal aufs Neue
bluebird

Das vergangene Jahr war an Tur­bulenzen, Höhen und Tie­fen kaum zu über­bieten. Der eine spricht vom Krisenjahr 2011, der an­dere vom Wirt­schafts­aufschwung in Deutsch­land, wieder andere von der Energiewende. Wir blicken zu­rück und wagen auch einen Ausblick auf das neue Jahr 2012.

1. Weltuntergang oder Wendejahr?
Am 21.12.2012 soll angeblich nach dem Ma­ya-Kalender die Welt untergehen. Das sagen Esoteriker und Weltunter­gangs­propheten voraus. Das ist natürlich Un­sinn, da nach dem Maya-Kalender le­dig­lich ein Zeitabschnitt endet. Die Mayas hat­ten nämlich eine zyklische Vorstellung von der Zeit. Der sogenannte Abschnitt der „Lan­gen Zählung“ endet im Jahr 2012, al­ler­dings bei Umrechnung in den Gre­gorianischen-Kalender am 23. Dezember.

Für die Weltuntergangsforscher geht es natürlich hauptsächlich darum, Geld zu verdienen und/oder Aufmerksamkeit zu erregen. Angst macht Quote nach dem Grundsatz „bad news are good news“ wie im Newsletter 25/2011 bereits dargestellt.

2. Rückblick auf 2011
Unser letztjähriger Newsletter stand un­ter dem Motto „Deutschland erfin­det sich neu“ und sollte vor allem den Optimismus fördern. Oben ge­nann­tes Schlagwort, das letztlich für mehr Le­bens­qua­lität steht, stammt vom Zu­kunftsforscher Opaschowski. Er wollte den Deutschen ein neues Wir-Ge­-fühl mit Lust auf Kind und Familie, auf Nach­bar­schafts­hilfe zeigen. Es gehe letztlich nicht nur um materiellen Wohl­stand, sondern um ge­fühlten Wohlstand im Sin­ne von Lebensqualität mit Gesundheit, Glück und sozialem Wohl­er­ge­hen.

3. Wirtschafts-Aufschwung in Deutschland
Laut Meldung der Arbeits­age­n­tur für Arbeit in Nürn­berg Anfang Dezember hat trotz Euro-Schuldenkrise und Kon­­junktureintrübung die Zahl der Beschäftigten in Deutsch­land den höchsten Stand seit der Wieder­vereinigung erreicht. Durch­schnitt­lich 41 Millionen Bürger hatten ei­nen Job, 540 000 mehr als 2010. Noch nie zuvor gab es außerdem so vie­le offene Stellen. Mit einer durch­schnittlichen Arbeitslosenquote von unter 3 Millionen war dies der beste Wert seit 1991. In Bayern stehen wir mit 3,3 Prozent Jahresdurchschnitt na­he an der Schwelle zur Vollbe­schäf­ti­gung. Problematisch ist sicher noch der Bereich Niedriglohnsektor, aber auch hier wird der demographische Wan­­del den Wettbewerb um die bes­se­ren Kräfte das Lohnniveau nach oben ziehen, so dass man von der Er­werbsarbeit leben kann, ohne auf­stocken zu müssen.

4. Boomregion Oberpfalz
Die Wirtschaftsentwicklung in Deutsch­land hat endgültig die Krise 2008/09 und die Depression der „Nuller-Jahre“ hin­ter sich gelassen. Wie vor einem Jahr vor­her gesagt, befindet sich die Ober­pfalz in einem beständigen wirt­schaft­lichen Aufschwung. Im internen Ran­king der sieben bayerischen Re­gie­rungs­bezirke hinsichtlich der Arbeitslosigkeit lag die Oberpfalz in 2009 noch auf Platz fünf. Seitdem besteht ein beständiger Aufwärtstrend, seit Frühjahr 2011 bildet die Oberpfalz mit Niederbayern die Spitze im Freistaat, somit auch in Deutsch­land und Europa!

Im Herbst 2011 lag mit einer Arbeits­lo­­­senquote von 2,9 Prozent Voll­be­schäf­tigung vor. Nun liegt es an den re­­gi­onalen Universitäten, Hochschu­len und an den berufsfördernden Schu­­len, die qualifizierten Absol­ven­ten für den regionalen Arbeitsmarkt be­reitzu­ste­llen. Auch der Lehr­stel­len­markt hat sich zu Gunsten der Ju­gend­lichen ge­dreht. Wie Perso­nal­chefs und Schul­leiter berichten, ist die Nach­fra­ge nach qualifizierten Haupt- und Re­al­s­chülern enorm. Jeder Aus­bil­­dungswillige findet auch eine ent­sprechende Ausbildungsstelle! So­mit bestehen in den kommenden Jah­ren für Ju­gendliche und junge Er­wach­sene bes­te berufliche Aussich­ten in der Ober­pfalz!

5. Krisenjahr 2011
Aus der Bankenkrise 2008 („Leh­mannpleite“) ist eine Finanzkrise und mitt­lerweile eine Eurokrise gewor­den. Letzten Endes handelt es sich je­doch um eine Staatsschuldenkrise, da die öffentliche Hand (Bund, Länder und Gemeinden) seit 1970, also in den letzten 40 Jahren, jährlich mehr aus­gegeben hat als an Steuern ein­genommen wurden.

Die Auswirkungen sind mittlerweile gro­tesk: der chinesische Regie­rungs­chef Wen Jiabao kann stolz darauf hinweisen, dass die Demokratie ein unterlegenes Staatsprinzip sei, da sie langfristig zur Überschuldung führe, da die Politiker wiedergewählt wer­den wollen. Der chinesische Staats­ka­pi­talismus plane hingegen langfristig und sei deshalb dem demokratischen Sys­tem überlegen.

Kurt Biedenkopf und andere haben mittlerweile nachgewiesen, dass die Staats­schulden in Deutschland we­sent­lich durch die Zinslasten der Ver­schuldung bedingt sind.

Rechnet man alle Zinszahlungen seit 1950 zu­sam­men ergibt sich eine reine Zinslast von 1600 Milliarden Euro, dies entspricht 80% der bis Ende 2010 aufgelau­fe­nen 2000 Milliarden staatlichen Ge­samt­schulden. Das bedeutet: hätte man die Ausgaben nicht sofort son­dern immer erst ein paar Jahre später ge­tätigt, wenn das Geld tatsächlich in die Staatskasse geflossen wäre, so würde die staatliche Gesamtver­schul­dung ledig­lich 400 Milliarden Euro be­tragen, was ungefähr 15% des Brut­to-Inlandsprodukts (BIP) entspricht. Wel­che sozialen Wohltaten oder Zu­kunfts­investitionen in Bildung und For­schung könnten anstelle der Zins­zahlungen jedes Jahr verwirklicht wer­den!

Durch diesen über Jahr­zehnte auf­ge­bauten Schuldenberg hat sich die Po­litik in die Hand des Finanzkapitalis­mus begeben. Wenn wir unseren Kin­dern und Enkeln einen handlungs­fähigen Staat hinterlassen wollen, dann muss die Schuldenbremse ein­gehalten und ein nachhaltiges solides Wachstum erzeugt werden. Man hat den Eindruck, dass weite Teile der Po­litik und der Bevölkerung dies mitt­lerweile eingesehen und akzeptiert haben.

6. Erziehung/Entwicklungsphysiologie
Ursache dieser hohen Verschuldung ist entwicklungspsychologisch ge­se­hen eine zu niedrige Frustrations­to­le­ranz. Zu Grunde liegt das Verhalten, alles sofort und gleich haben zu wollen und nicht langfristig auf einen Er­folg hinarbeiten zu können. Diese Fä­higkeit, abzuwarten, eine Be­lohnung aufzuschieben, und sich erst für eine Sa­che einzusetzen, wird be­reits im Kin­dergartenalter von vier bis fünf Jah­ren erworben, wie Michael Win­ter­hoff in seinen „Tyrannenbüchern“ dar­legt.

Der amerikanische Psychologe Walter Mischel hat dazu in den 1960er und 1970er Jahren in dem so ge­nannten Marshmallow-Test durch­geführt. Er legte Kindern im Alter von vier Jahren einen Marshmallow vor und sagte ihnen, sie könnten ihn sofort haben und essen oder eine Weile abwarten. Die Kinder, die warten können, be­kä­men dann sogar einen zweiten Mar­shmallow. Einige Kinder griffen sofort zu, andere schlossen die Augen um die Süßigkeiten nicht sehen zu müs­sen, andere suchten eine Ablenkung, um die Wartezeit zu überbrücken (siehe Winterhoff, Persönlichkeiten statt Tyrannen, Seite 91). Diese Kinder wur­­den im Erwachsenenalter noch ein­­mal getestet, mit folgendem Er­gebnis: ein Großteil der Kinder, die auf den zweiten Marshmallow warten konn­ten, zeigten als Erwachsene eine hö­here Sozialkompetenz und größere Selbst­beherrschung!

In den 1990er Jahren war in der deut­schen Spaßgesellschaft meist die kurzfristige Lustbefriedigung ange­sagt. Man wollte nicht abwarten, son­dern sofort konsumieren und Spaß haben.

Letzt­lich handelt es sich um ei­ne Infan­tili­sierung der Gesellschaft. Das heißt: ei­ne Regression, eine Rück­ent­wick­lung auf den Entwicklungszu­stand ei­nes vier-jährigen Kindes!

7. Energiewende / Post-Karbonzeitalter
Ein weiterer Einschnitt des Schulden- und Eurokrisenjahres 2011 war der Super-Gau der Atomkraftwerke in Fukushima, worauf Deutschland das endgültige Ende des Atomzeitalters ein­läutete, die Energiewende: Off­shore Windparks, Wüstenstrom (De­ser­tec-Initiative), grundlastfähige Pho­to­voltaik, Problem des Strom­trans­ports über 3000 Kilometer von Afrika nach Mitteleuropa, Speicherung der über­schüssigen erneuerbaren Ener­gien in Wasserstoff bzw. Methan etc. Aber wenn es nicht Deutschland mit sei­ner hochentwickelten Infrastruktur und unzähligen Ingenieuren, Tüftlern und Erfindern gelingen sollte, wem dann?

Jeremy Rifkin, Leiter der Foundation of Economic Trends in Washington, in­ter­pretiert im Handelsblatt vom 22.11.11 die Energiewende wie folgt: „Das Internet und die dezentralisierte Um­wandlung erneuerbarer Energie wachsen zusammen zu einer dritten industriellen Revolution.“ Energie wird in Form von Wasserstoff ge­spei­chert und über ein intelligentes Netz ver­teilt.

Unternehmen wie SAP und Bosch entwickeln Software und Ge­räte, um die nötige Infrastruktur be­reit­zu­stellen. Autos können mit Brenn­stoff­zellen, Flugzeuge sogar mit Al­gen­treibstoff betrieben werden. Der So­lar­strom aus Nordafrika kann mit Gleich­stromleitungen mit nur mi­ni­ma­lem Verlust über tausende Ki­lo­meter übertragen werden. Das dicht besiedelte Europa mit 500 Milli­o­nen Verbrauchern könnte so zum größten und reichsten Markt der Welt wer­den.

Die Schaffung dieser grünen Infra­struk­tur wird Deutschland als wirt­schaftlicher Motor der Europäischen Uni­on stärken. Jeremy Rifkin ist sich si­cher, wenn Europa den Einstieg in das Post-Karbonzeitalter schafft, wird die EU damit wirtschaftlich stabilisiert.

Andere Weltregionen wie Nord- und Lateinamerika, Asien und Afrika würden dann nachfolgen. Letztlich wird diese wirtschaftliche Wandlung zur dritten industriellen Revolution ein pros­perierendes Europa hervor­brin­gen und ein qualitatives Wachstum er­zeugen.

Zu dem Thema Klimawandel und Langzeitfolgen ist ein eigener Newsletter geplant.

8. Evolution / Entwicklung komplexer Strukturen
Anfang Dezember 2011 fand das Sym­posium „alte Hasen“ der For­schungs­gruppe Akupunktur zum The­ma „gesunder Patient – freier Arzt in der Privatmedizin“ statt. Interes­san­ter­weise wurden die beiden Rah­menvorträge von zwei Oberpfälzer Re­ferenten gehalten. Zur Eröffnung war der Nabburger Gedächtnis­trai­ner Markus Hofmann mit dem Vor­trag „Der gute Arzt und sein Ge­dächtnis – Vorsprung durch Wissen“ an der Reihe und der Schlussvortrag am Sonntag wurde bestritten von Zahnarzt Dr. Erich Wühr aus Kötz­ting zum Thema „Systemische Me­di­zin“.

Dr. Wührs Thema war die gesamt­wissen­schaftliche Entwicklung der Me­dizin, in der es um Zusammenfüh­rung von Körper, Geist und Seele geht. Er zeigte die Entwicklung vom hoch­spezialisierten Organmediziner zum ganzheitlich denkenden Arzt, der die verschiedenen Zusammen­hän­ge von Körperfunktion und Psy­che sowie Umwelteinflüsse und so­ziales Umfeld berücksichtigt. Jeder Arzt und Therapeut solle sich immer be­wusst sein, dass alles mit allem zu­sammenhänge. Hier zeigen sich stets Parallelen zur traditionellen chi­ne­sischen Medizin (TCM), in der die Trennung von Körper, Geist und Seele nie stattgefunden hat, sondern mit Analogschlüssen gearbeitet wird.

Eine weitere Analogie zur Entwick­lung komplexer Systeme zeigt sich in der Wirtschaftskrise. Die starke Ver­netzung in der Finanzwelt hat zur glo­ba­len Infektion des Finanz- und Ban­ken­systems geführt. Keine Welt­re­gion kann sich von dieser Entwick­lung abkoppeln. Isolierte Entschei­dun­gen bringen nichts.

Die Wirtschaftler sind gerade dabei, den Vorreitern in der Ökologie zu fol­gen, die Vernetzung der Welt an­zu­­erkennen, und neue Entschei­dungs­­wege zu finden. Vorgedacht wur­de diese Problematik bereits in den 1980er Jahren von James Lovelock, einem britischen Biologen, der mit seiner Gaia-Theorie bereits da­mals begann, die Erde mit einem „leben­den Organismus“ zu ver­glei­chen mit ent­sprechenden Rückkopp­lungs- und Korrekturmechanismen. Die Mensch­­heit sollte ihre Scheu­klappen ab­legen, die Vernetzung der Welt und die sich daraus ergebenden Kon­se­quenzen anerkennen. Die ent­wickelten Industrieländer, ins­bes­on­de­re Europa mit seiner langen geis­tes- und naturwissenschaftlichen Tradition, sollte ruhig die Vorreiterrolle vor den USA und China übernehmen.

Auch zu diesem Thema ist ein eigener Newsletter geplant.

9. Postheroische Führung
In einem höchst interessanten Artikel in der Wirtschaftswoche Nr. 52 vom 23.12.11 legt der Soziologe und Öko­nom Dirk Baecker den Paradig­men­­wech­sel der Kybernetik dar, der eine neue Art der Führung - politisch und wirt­schaftlich - erfordert.

Das kleine Einmaleins der Kybernetik zeigt: ohne Rückkopplung gibt es keine angemessene Informations­ver­sor­­gung. Von der Antike bis in das 20. Jahr­hundert galt das Prinzip des he­roischen Führers. Bei je­der Füh­rungs­entscheidung stand pri­mär er selbst im Mittelpunkt. Der Vor­teil: man weiß sofort, wen man op­fern muss, falls die Sache schief geht.

Im 21. Jahrhundert ist dagegen die post­­heroische Führung gefragt: hier geht der Blick am Führer vorbei auf die Sachverhalte, die bestimmte Ent­scheidungen fordern. Es geht um die Organisation von Intelligenz in ei­nem sozial verteilten Prozess, die rich­ti­gen Leute an einen Tisch zu brin­gen, um das Für und Wider zu dis­ku­tieren. Der „Führer“ ist nicht mehr Au­tor son­dern Katalysator einer Ent­schei­dung.

Einsame Entscheidungen im Sinne des „Basta“ von Gerhard Schröder sind nicht mehr zeitgemäß. Das We­sen unserer Gesellschaft ist die Kon­nek­tivität, das heißt, dass jederzeit al­les mit allem verknüpft werden kann. Es handelt sich auch hier um ei­nen evo­lutionären Prozess.

Die Kri­se ist kei­ne Katastrophe, son­dern sie zeigt nur, dass wir den statt­findenden evo­lutionären Prozess nicht ausrei­chend verstanden haben und wir un­sere Sichtweisen anpassen müssen.Weil man bei Entschei­dun­gen nicht alle Fakten überblicken kann, muss man mit dem Nicht­wis­sen operieren und sich auf den Pro­zess der Entscheidungsfindung ein­lassen. Als Muster dieses Füh­rungs­stils wird von Dirk Baecker Angela Mer­kel ge­nannt.

Näheres im Rahmen eines eigenen Newsletters.

10. Von der Dauerkrise zum glücklichen Leben
Wie wir aus dem ständigen Krisen­mo­­dus zu einem glücklichen Le­ben ge­langen, wird in einem ei­ge­nen Newsletter dargelegt.

Tobias Esch schreibt in seinem Buch „Die Neurobiologie des Glücks“ (Thieme-Verlag), dass die Na­tur ein Dreistufenmodell für ein glück­liches und zufriedenes Leben bereit halte.

Während in Phase 1 der Jugend das Dopamin das Aben­teuer­glück und neue Erfahrungen mit sich bringt, steht in Phase 2 die so­ziale Ver­ant­wortung, der Aufbau einer wirt­schaft­lichen Zukunft und Ab­si­cherung der Familie im Vor­dergrund. Hier­bei übernehmen die kräfte­zeh­renden Stresshor­mone Adrenalin und Cortisol die Führung, die aber letztlich nach bestandener Belastung zu einer umfassenden Zufriedenheit führen. Nur wer diese Heraus­for­derung meistere, komme in den Ge­nuss der 3. Phase, in der das Ku­schelhormon Oxytocin, das ent­span­nende Sero­to­nin und die be­ru­higenden Endo­mor­phine zu Zu­frie­denheit führen und innere Wärme vermitteln. Wesentliche Voraus­setzung für Glück ist Dankbarkeit, Zu­friedenheit und die Fähigkeit zu ver­zeihen, ein gesundes Maß an Altru­ismus. Ego­is­mus und Egozentrik da­gegen führen weg vom Glück! Als Mus­terbeispiel für ein glückliches Le­ben werden Stef­fi Graf und Andre Agassi ge­nannt.

Näheres im Rahmen eines eigenen Newsletters.

11. Was können Politiker von Magdalena Neuner lernen?
Nach Ihrem Missgeschick beim Biath­lonweltcup in Oberhof, als sie - für die deutsche Staffel in Führung lie­gend - beim letzten Schießen sieben von acht Schuss daneben ballerte, ver­kroch sie sich im Ziel nicht, sondern stell­te sich den Ka­meras mit fol­gen­den Worten: „das ist wirklich blöd, ich habe das total ver­kackt, anders kann man es nicht for­mulieren. Es ist wirklich schade, weil die anderen drei ein wirklich gutes Rennen gemacht haben, es tut mir leid!“ Mit diesem „Geständnis“ und der Ent­schuldigung bei den Kolle­gin­nen hat sie aber ihren Kopf frei­ ge­macht für das Rennen am nächsten Wettkampftag (6. Januar 2012). Dort lief sie dann mit Laufbestzeit und zehn Tref­fern zum ungefährdeten Sprint­sieg.

Was hat das nun mit der hohen Politik zu tun? Ich meine sehr viel: Magda­le­na Neuner hat ihr „Missgeschick“ so­fort eingestanden, hat sich bei den Kol­le­­gin­nen entschuldigt, und somit den psychischen Druck genommen. Hät­te sie sich nicht dem Mikro­fon ge­stellt, hätte sie am nächsten Tag jeder nach den Gründen für ihre „Wild-West-Schießerei“ gefragt. So­mit konnte sie ihren Kopf frei machen, den "Arbeitsspeicher" löschen und sich wieder hundertprozentig auf die nächste Aufgabe kon­zentrieren.

Wäre dieses Verhalten nicht auch für un­sere Politiker und Menschen im öf­fent­lichen Leben vorbildlich? Ein­ge­stehen eines Fehlers (kein Mensch ist perfekt), entschuldigen bei den Kollegen, Medien oder Bürgern erhrliches Bedauern; dann bekommt man auch eine zweite Chance. Es ist schon sehr interessant was die vermeintlich disponierende Elite von einer 24-jährigen Sportlerin lernen kann und wo wir wahre Vorbilder finden.

2012 - und nun?
Krisenmomente gehören für uns Men­schen zum evolutionären Pro­zess. Wir lernen, mit ihnen umzugehen.
Mit einer gesunden Portion Optimis­mus überstehen wir auch den nächs­ten, bereits anvisierten Welt­unter­gang: Der Asteroid Apophis kommt aber bekanntlich erst 2029 ... oder doch nicht?

Ihr Dr. med. Siegfried Burger




Foto: (c) Siegfried Burger / Text: Siegfried Burger / Datum: 2012-02-01 / 1 / 76


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