Privatpraxis Dr. med. Siegfried Burger

Auf Skiern mit Gelenkersatz?
"Wer gehen kann, kann auch Sport treiben" motiviert der Team-Arzt des DSV, Dr. Hubert Hörterer. MEHR

Hypervitaminosen
„Für eine ausgewogene Ernährung sind Brausetabletten kein Ersatz“, schreibt Werner Bartens für die Süddeutsche Zeitung am 12. Oktober 2011. MEHR

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„Der neue Tag“ (NT) titelte am 24. März 2011 eine dpa-Meldung mit „Generation Sowohl-als-auch“ und beschreibt darin die Erwartungen von Deutschen zwischen 16 und 35 Jahren. MEHR

Wenig Schlaf, Herzinfarkt-Risiko steigt
Wer jahrelang weniger als sechs Stunden pro Nacht schläft, erhöht sein Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall deutlich. MEHR
DOC BURGERS MAGAZIN

Vier Tugenden sollst
du bewahren
Erreger breiten sich
unkontrolliert aus
Teamgeist auf dem
Wasser erfahren
Bayerisch-asiatische
Entspannung
Pater Dr. Grün über den
abendländischen Wertekanon
Missbrauch von Antibiotika
bedroht die ganze Welt
Die Mädels aus der Praxis
kanuierten auf dem Regen
Christine Wildenauer lehrt
Wohlfühlen auf andere Art
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Gefühle,Werte, Tugenden: Für ein gesundes Miteinander sind Gerechtigkeit, Tapferkeit, Mäßigung und Klugheit die Basis. Im privaten und beruflichen Umfeld. | mehr
Um 1900 wur­de ei­ner der wich­tigsten Stof­fe un­seres Kos­mos ent­deckt: Penicillin. Der seinerzeit einzige Le­bens­retter bei bakteriel­len Infektionen war lange Zeit etwas Besonderes. Seit Jahren jedoch wird damit Miss­brauch getrieben. | mehr
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Man nehme die Leh­re des bayeri­schen Hy­dro­­therapeuten Se­bas­­­ti­an Anton Kneipp, kom­­bi­nie­re sie mit öst­licher Atem­kunst und for­me das Gan­ze zu einer Ein­heit. | mehr

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Wetten: Der Groß­teil kennt nur die
Ab­kür­­zung, verinner­licht gerade mal
die rie­sigen Let­tern der
Bou­levard-Blät­ter und lässt sich
wie­der einmal voll­kom­­men
ver­wir­ren.

EHEC - Wissen ist besser als Reden
Scheinbar neue Seuche erregt und manipuliert Gemüter
bluebird

Wetten: Der Groß­teil kennt nur die Ab­kür­­zung, verinner­licht gerade mal die rie­sigen Let­tern der Bou­levard-Blät­ter und lässt sich wie­der einmal voll­kom­­men ver­wir­ren. Die Atom-Debatte ist ge­rade mal auf dem Weg zum Hö­hepunkt, schon kommt der nächste mediale Kassenschlager: EHEC. Eine Seuche, die uns alle hinraffen wird - oder doch nicht?

Die Suchmaschine Google zählt mitt­ler­weile über 15 Millionen Einträge rund um das Thema Enterohämorrha­gi­sche Escherichia coli (EHEC). Das Thema scheint "durch" zu sein, wie man intern in der Medienwelt sagt, wenn ei­ne Schreckensmeldung so sehr durch­ge­kaut ist, dass sie nicht mehr gewinn­brin­gend oder manipulativ verbreitet wer­den kann. Selbst die Experten sind sich nun nach langem Hin und Her darüber einig, dass wieder Ruhe einkehren sollte. Das Robert-Koch-Institut (RKI) mel­det am 13. Juni: "Seit einigen Ta­gen werden Er­kran­kungen an HUS/EHEC auf deut­lich niedrige­rem Niveau an das RKI übermit­telt."

In einer gemeinsamen Presse-Erklärung vom 12. Juni schreiben das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Bundesamt für Verbraucher­schutz und Leben­smit­tel­sicher­heit (BVL) und das Robert Koch-Institut, dass man "gemein­sam" zu dem Schluss gekommen sei, "dass die bestehende all­gemeine Empfehlung, in Nord­deutschland auf den Verzehr von Gurken, Tomaten und Blatt­salat zu verzichten, nicht mehr aufrecht erhalten wer­den muss". Man empfiehlt "über die üblichen Hy­gienemaßnahmen hinaus, vor­­sorglich bis auf weite­res Spros­­sen nicht roh zu verzeh­ren. Haushalten und Gas­tro­no­miebe­trie­ben wird emp­foh­len noch vorrätige Spros­sen so­wie mögli­cher­wei­se damit in Berührung g­ekommene Lebens­mit­tel zu vernichten" und "die üb­lichen Hygiene­emp­­feh­lungen im Um­gang mit Lebens­mittel und Patienten streng zu be­folgen" seien. Studiert man die Meldungen des RKI genauer, stellt man fest, dass EHEC nichts Neues ist: "Pro Jahr werden dem RKI etwa 1000 EHEC-Fälle übermittelt. Das Vollbild des HUS ist charakterisiert durch akutes Nierenversagen, Blut­ar­mut durch den Zerfall roter Blut­kör­­per­chen und einen Mangel an Blut­plättchen. Im Jahr 2010 wurden dem Robert Koch-Institut zwei To­des­fälle übermittelt."

Freilich muss man die Situation den­noch ernst nehmen. Nicht nur des­halb, weil das Coli-Bakterium seine Struktur verändert und so auch nur schwer unter Kontrolle ge­bracht wer­den kann. Die einen Experten setzen auf Blutwäsche, die anderen auf An­ti­biotika, was allerdings zu ei­ner wei­teren Muta­tion führen könn­te. Wel­che Art der Behand­lung anspricht ist nicht nur ei­ne Frage des Ermessens son­dern ein ungewisses Spiel auf Zeit. Nach einer Inkubationszeit von im Durch­schnitt fünf Tagen tritt eine Gas­tro­­enteritis (Magen-Darm-Grippe, Brech­durchfall) auf, die sich zu einer en­terohämorrha­gi­schen Col­i­tis ent­wickeln kann. Toxine zerstö­ren Darm­wand­zellen und Blutge­fäß­wän­de, ins­beson­dere in Gehirn und Nieren.

Schutz vor einer Coli-Bakterien-In­fektion bieten im Grunde nur Hy­gi­ene und Sauberkeit - was in Deutsch­land sowieso gewähr­leistet sein sollte. Regelmäßig und gründlich die Hände wa­schen. Vor allem vor dem Zu­be­reiten von Speisen. Fleisch gar kochen und nicht halbroh oder roh verzehren. Zusätzlich wird empfohlen, bei der Zubereitung - egal welcher Speise - nie dieselben Messer oder Schnei­de­bretter zu verwen­den. Und: Leicht verderbliche Lebensmittel gehören in den Kühlschrank.

Abgesehen von den sicherlich sinn­vol­len Hygienemaßnahmen ist folgendes zu bedenken: Coli-Bakterien kom­men von Haus aus nur im Darm von Men­schen oder Tieren vor. Die Selektion ge­fähr­licher Keime ist vor allem dem kri­tik­losen Einsatz von Antibiotika in der Be­handlung von banalen Erkältung­s­krankheiten, als auch dem ­Einsatz bei der Massentierhaltung zuzu­schrei­ben. Das Übel an der Wur­zel zu packen hieße, diese Missstände zu beseitigen. Ein Rind aus dem klas­­sischem Bau­ernhof brauch­te früher kei­nerlei Antibiotika und hat­te da­durch auch keine gefährlichen EHEC-Keime.

EHEC


Foto: (c) Grey59 / pixelio.de / Text: wt / Datum: 2011-06-16 / 1 / 62


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Dr. Burger Schwandorf
 
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