Auf Skiern mit Gelenkersatz? "Wer gehen kann, kann auch Sport treiben" motiviert der Team-Arzt des DSV, Dr. Hubert Hörterer. MEHR
Hypervitaminosen „Für eine ausgewogene Ernährung sind Brausetabletten kein Ersatz“, schreibt Werner Bartens für die Süddeutsche Zeitung am 12. Oktober 2011. MEHR
Generation Sowohl-als-auch „Der neue Tag“ (NT) titelte am 24. März 2011 eine dpa-Meldung mit „Generation Sowohl-als-auch“ und beschreibt darin die Erwartungen von Deutschen zwischen 16 und 35 Jahren. MEHR
Wenig Schlaf, Herzinfarkt-Risiko steigt Wer jahrelang weniger als sechs Stunden pro Nacht schläft, erhöht sein Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall deutlich. MEHR
DOC BURGERS MAGAZIN
Der Mensch: Ein Kompromiss seiner Teile
Altern beginnt schon in der Jugend
Grün ernährt den Körper wiederfinden
Wo sind die Grenzen der Virtualität?
Wir leben mit unseren Fehlern
Wer 100 wird, ist in der Regel optimistisch durchs Leben gegangen.
Wolfgang Eckert entdeckt die Natur
Internet verändert den Menschen
Der menschliche Körper weist trotz aller Entwicklungsstufen, die er über Millionen von Jahren durchlebt hat, noch immer viele Fehler auf. | mehr
Wie wird das einmal sein, wenn man „alt“ ist? Was bedeutet das eigentlich, „alt sein“? Ab wann ist man „alt“? Der natürliche Alterungsprozess setzt medizinisch gesehen bereits im Alter von 25 Jahren ein. Die Sehkraft der Augen lässt nach, Leber und Nieren haben bei der Geburt schon mal intensiver gearbeitet. | mehr
In den kommenden Wochen begleiten wir Wolfgang Eckert aus Eslarn. Ein ganz normaler Mann, der einen Selbstversuch starten möchte: Zurück zur Natur und auf „grüne Ernährung“ umstellen. | mehr
Das Internet hat den Menschen verändert; in seinem Denken, Handeln und vor allem in seiner persönlichen Aussenwirkung. | mehr
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Die Medizin macht es Betroffenen oder sich betroffen fühlenden leicht: Pille kaufen, Pille schlucken, fertig.
Lasst die Kinder wieder Kind sein! Ritalin und ADHS kontra Bewegung, Zuneigung und Liebe
Die Medizin macht es Betroffenen oder sich betroffen fühlenden leicht: Pille kaufen, Pille schlucken, fertig. ADHS ist eine dieser seltsamen Krankheiten, gegen die die Industrie das Mittel Ritalin erfunden hat. Dass es aber auch anders geht, wollen wir Ihnen heute darstellen.
Stellen wir uns vorab ganz objektiv die Frage: Was ist Ritalin? Ritalin gehört zur Gruppe der Amphetamine und unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz, daher ist jede Verschreibung meldepflichtig. Es ist anregend und produziert pharmakologische Effekte, die denen von Kokain und anderen Amphetaminen ähnlich sind. Stellen wir uns weiter ganz objektiv die Frage: Beginnt hier nicht schon im Schulalter eine gewisse Drogenabhängigkeit?
Der "Stern" berichtet in seiner Ausgabe vom 29. Oktober 2009 von einem Projekt, das im Sommer diesen Jahres auf einer Südtiroler Alm in knapp 2400 Meter Höhe stattgefunden hat. Elf Jungs mit der Diagnose ADHS sollten acht Wochen lang lernen, ohne die Tablette zu leben. Anstelle von Amphetaminen gab es, so der "Stern", "Regeln, Bewegung, Zeit und Zuneigung". Resumé: "Die Kinder wuchsen aus sich heraus."
Probleme blieben zu Hause Das Kontrastprogramm mit 180-Grad-Wendung war nicht für jeden der Jungen einfach. Kein Fernsehen mehr, keine Videospiele, keine Drogen, keine "falschen Freunde". Acht Wochen lang kein schulischer Druck, keine Noten, kein Stress. Und: die persönlichen, meist wirtschaftlichen Probleme der Eltern weit entfernt.
Da blieb viel Zeit, zu sich selbst zu finden, den auf sich lastenden Druck abzubauen und den eigentlichen Sinn des Lebens zu entdecken. Sich aufeinander verlassen können und sich natürlich entwickeln: Holz hacken, Tiere versorgen, melken, sich selbst entdecken.
Die drei Erzieher wussten am Anfang wenig von den Kindern. Expertisen interessierten sie nicht. "Gebrauchsanweisungen" der Eltern (Platzangst, Vollkornallergie, Kopfweh, Vitaminpräparate etc.) verstaubten. Ziel war, die Kinder sich selbst entfalten und entwickeln zu lassen. Die Frage nach Fernsehen ab 6 Uhr morgens: obsolet – kein Gerät auf 2400 Meter Höhe. Heavy Metal-Musik, egoistisches Gebocke, Herumbrüllen, Herumhampeln, Herumschlagen? Hatte sich in den acht Wochen Projektphase gelegt. Der "Stern" schreibt: "Die Kinder geraten in Bewegung. Sie bekommen Ahnung davon, dass es anders geht." Die Veränderung ließe sich nicht messen, so der "Stern" weiter, zitiert jedoch einen der Jungs, die mit auf der Alm waren. Er sagt: Nach langem Überlegen sei er jetzt "stärker im Kopf". Mit den Lehrern würde es sicherlich schwierig werden, "aber jetzt muss mein Wille mitspielen." Ein anderer Junge sagte, er müsse nicht immer Erster sein. Wieder ein anderer: "Ich werde weniger Fernsehen" und morgens von allein aufstehen. Einer der Jungs hat – wieder zurück im Alltag – seine Mutter in den Bioladen geschleppt und ihr mitgeteilt, dass Süßes schlecht sei. Robins Vater berichtet, sein Sohn sei deutlich ruhiger geworden und könne sich nun länger allein beschäftigen. Adrians Mutter sagte strahlend gegenüber dem "Stern": "Mein Sohn ist wie ausgetauscht. Wie neu geboren."
Wo bleibt die Zeit für Kinder? Eltern, deren Kinder im Unterricht stören, werden laut Prof. Gerd Glaeske gerne mit ihren Schützlingen zum Arzt geschickt.
Der 64-jährige Pharmazeut fügte im Interview mit dem "Stern" an, dass mit Ritalin eine "einfach Lösung" auf der Hand läge.
Eine ADHS-Diagnose böte sich immer wieder als "Entlastung" an, nicht mehr nach anderen Gründen für die Störungen suchen zu müssen. "Wir können doch nicht so tun, als könnte eine Pille alles lösen", so Prof. Glaeske.
Medikamentöse ADHS-Therapien helfe sicherlich in gewissem Maße. "Gut diagnostizierte ADHS-Kinder profitieren davon. Sie schaffen Prüfungen und schließen ihre Ausbildung ab. Aber der anängliche Nutzen verringert sich mit der Zeit." Insgesamt, so regt Glaeske an, sollte man die Diskussion um ADHS allerdings auch als "gesellschaftliches Signal" verstehen. Die Familienpolitik orientiere sich eher an den Bedürfnissen der Industrie als an denen der Familien. "Wir leben in einer Zeit, in der viele Angst um ihren Arbeitsplatz haben und unter wachsendem Druck stehen. Da kann die Zeit für Kinder und die Beschäftigung mit ihnen abnehmen. Familie und Beruf gingen halt "immer noch nicht so einfach zusammen in Deutschland."
Doc Burger: "Die Erziehung neu überdenken" Warum besteht nicht für Eltern mit Kinder der Anspruch auf Teilzeitarbeit von z. B. sechs Stunden täglich für beide Elternteile, so dass die Erziehungsarbeit in den ersten drei Lebensjahren maßgeblich von Mutter und Vater übernommen werden kann. Sobald die Kinder in den Kindergarten und zur Schule gehen, können beide Elternteile auch in die gleiche Vormittagsschicht gehen und haben Zeit für Ihre Kinder am Nachmittag. Männer die sich für diese reduzierte Arbeit dabei zugunsten Ihrer Familie entscheiden, müssen dann mit einem Bonus belohnt werden, da sie durch die Übernahme der Verantwortung für Kind und Familie wesentliche Lebenserfahrungen machen, die sie auch zum Wohle des Betriebes einsetzen können. Der Staat könnte solche Männer mit einer vorzeitigen Beförderung belohnen, gegenüber Kinderlosen und klassisch vollarbeitenden. Familienpolitische Leistungen wie Kindergeld, Erziehungsgeld etc. sind dann soweit aufzubauen, dass trotz Teilzeitarbeit (2 x 6 Stunden und 1,5 Gehälter, gegenüber vorher zwei Gehälter) der gleiche Netto-Betrag für selbsterziehende Eltern herausspringt. Kinderbetreuung am Nachmittag, frühkindliche Förderung und Ganztagsschule sollten eher für Familien vorbehalten bleiben, die zu einer selbstständigen Erziehungsarbeit nicht fähig oder beruflich unabkömmlich sind.
In der Rush-hour des Lebens zwischen 30 und 50 führen Aufbau der Familie, das eigene Haus oder Wohnungseigentum sowie der eigenen Karriere letztlich zu Überlastungen der Eltern mit allen Nachteilen für die Kinder.
Eine Entzerrung dieser Rush-hour mit der Möglichkeit, die Erziehung der Kinder selbstständig zu gestalten (wie es z.B. bei Lehrerehepaaren möglich ist) würde ein Gewinn für die Kinder, die Eltern und letztlich für die gesamte Gesellschaft bedeuten.
Die gesamten negativen Aspekte sowohl der Armuts- als auch der Wohlstandsverwahrlosung könnten auf diese Weise erheblich reduziert und auch abgemildert werden.
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