| Hypervitaminosen |
„Für eine ausgewogene Ernährung sind Brausetabletten kein Ersatz“, schreibt Werner Bartens für die Süddeutsche Zeitung am 12. Oktober 2011 und fügt an: „Gesunden hat es in Studien nie genutzt, Vitaminzusätze zu nehmen.“ Ärzte sprächen mittlerweile von „Hypervitaminosen“. Zu Deutsch: Zu viel des Guten.
Wir kennen es aus dem Supermarkt. Das ewig lange Regal mit allen möglichen, vermeintlich natürlichen und dennoch industriell und oft chemisch aufbereiteten Zusatzmittelchen. So billig kommt man selten an Vitamine. Zudem sind sie auch noch gesund ... oder etwa nicht? Die Süddeutsche hierzu: „Vitamine aus der Dose sind nicht nur überflüssig, sie können sogar die Gesundheit angreifen.“
Das Fachblatt „Archives of Internal Medicine“ als Quelle nennend schreibt Werner Bartens von 40 000 älteren Frauen, deren Lebensgewohnheiten mehr als 20 Jahre lang unter die Lupe genommen worden sind. „Von den Damen starben jene häufiger an Krebs oder Herzkreislaufleiden, die regelmäßig Multivitaminpräparate oder Mineralstoffe zu sich genommen haben.“ Im „Journal of the American Medical Association“ wird aufgezeigt, dass 17 Prozent der Männer, die regelmäßig Vitamin-E-Präparate zu sich nehmen, häufiger Prostatakrebs haben als andere.
Werner Bartens weiter: „Warum das Original aus der Natur wirkt, Substanzen aus der Packung hingegen schaden, können Forscher nicht erklären.“
Und nun? Gesund und ausgewogen ernähren dürfte hier die Prämisse sein. Denn in den natürlichen Nahrungsmitteln und Mineralwasser sind ausreichend wichtige Stoffe drin. | wt | 2011-10-12 | 1 |