Dynamisches Sitzen, gesundes Arbeiten

Große Probleme haben meist kleine Ursachen. Falsches Sitzen am Arbeitsplatz, ungesunde Körperhaltung beim Stehen oder stundenlanges, monotones Arbeiten mit der Maus: Alles Gründe für Rücken- und Gliederschmerzen. Halten Sie Ihr Sitz- Umfeld ergonomisch.

Beginnen wir beim Sitzen. Stuhl ist nicht gleich Stuhl. Das merken Sie spätestens dann, wenn sie längere Zeit sitzen und sich Ihr Rücken mit Warnsignalen meldet. Ein Stechen in der Wirbelsäule, vielleicht gar ein Signal von der Bandscheibe. Zeit zu handeln und auf dynamisches Sitzen umzustigen. Das klappt sehr gut mit ergonomisch-dynamischen Stühlen. Sie be- und entlasten die Muskulatur und Bandscheiben auf natürliche Weise und fördern die Nährstoffversorgung der Bandscheiben. Zudem sorgen sie für ausreichende Durchblutung der Muskulatur. Wohl der wichtigste Grund ist der, dass die gesunde und natürliche S-Form der Wirbelsäule erhalten wird. Beachten Sie beim Sitzen nicht nur die Beschaffenheit des Stuhls sondern noch fünf andere wesentliche Punkte: Haben Sie genügend Beinfreiheit? Passen Sitzhöhe und Sitztiefe? Sitzt die Rückenlehne anatomisch geformt? Ist die Arbeitsfläche optimal in Relation zur Sitzhöhe? Die Unterstützungszone sollte mindestens bis zwischen die Schulterblätter reichen, eventuell auch einen Stuhl mit Kopfstütze wählen.

Denken Sie mal nach, an welchen Orten Sie überall sitzen. Sie tun das nicht nur am Schreibtisch. Nein, auch zu Hause oder im Auto. Ergonimisches Sitzen ist nahezu überall möglich. Es gibt mehrere Stuhl- und Sitz- Hersteller, die sich auch gesundes Sitzen spezialisiert haben.

Sitzpausen halten fit. Zwischendurch immer mal wieder aufzustehen ist gesund. Man muss nicht immer sitzen sondern kann vieles im Hin- und Hergehen erledigen. Telefonieren zum Beispiel. Eine gute Faustformel wäre: 50 Prozent Sitzen, 25 Prozent Gehen, 25 Prozent Bewegen. Das tut der Wirbelsäule gut und hält auf Dauer fit. Die Maus im Nacken Noch ein Tipp für Bildschirmarbeiter: Es gibt auch ergonomische „Mäuse“, Rollstangenmäuse zum Beispiel. Sie wirken präventiv zur Vorbeugung von Tennisarm und Sehnenscheidenentzündungen sowie dem RSI-Syndrom (streikender Arm, verspannte Schultern). Die beste Behandlung des „Mausarms“ besteht darin, ihn gar nicht erst entstehen zu lassen. Haben Sie schon mal Mausklicks gezählt? Die ständige Arbeit mit der Computermaus führt zu einer sehr unnatürlichen Haltung im gesamten rechten Arm, insbesondere für Linkshänger. Es besteht eine Zwangshaltung im rechten Handgelenk, die zur Überlastung führen kann, ebenfalls im Sinne einer Sehnenscheidenentzündung der Strecksehnen. Häufig übergreifend auf das Ellbogengelenk mit einer Knochenreizung im Sinne eines Tennisarms. Ebenso fordert die Computermaus eine leichte Seitwärtsstellung des Armes um cirka 20°, was zu einer typischen Überbelastung im rechten Schultergelenk, insbesondere der für solche Haltearbeiten ungeeigneten Supraspinatussehne führt. Durch diese ständige Stellarbeit im Schultergelenk kommt es bei minimalen Bewegungsausschlägen zu einer Minderdurchblutung der Rotatorenmanschette mit entsprechend langwierigen Halteproblemen.

Mein Tipp
Um die Zwangshaltung zu vermeiden, empfiehlt sich für Linkshänder eine Linkshandmaus, noch besser aber für beide Typen die Verwendung einer Rollstangenmaus, die ein beidseitiges Bedienen mit beiden Daumen erfordert. Die Arme an den Oberkörper angelegt, werden Schultergelenke deutlich entlastet.