Gesund lebt, wer sein Qi pflegt

Spricht man von „Qi“, meint man die zentrale Energie, die ein Lebewesen durchfließt. Laut Überlieferungwird sie in drei Phasen und Formen erhalten: Das Erb-Qi wird bei der Geburt in den Nieren gespeichert, durch Atmung (Sauerstoff) sowie durch die Nahrung (Nährstoffe) wird es gebildet.

Qi durchströmt den Körper in Leitbahnen, den Meridianen, es nährt und schützt Organe. Das Blut bildet schließlich das Qi und die Leber dirigiert es zu den verschiedenen Organen. Ist der Qi-Fluss gestört, entstehen Krankheiten. Lange übersetzte man Qi mit „Energie“. Viele Experten halten das heute für irreführend. Es kann ebenso die Atmosphäre eines Raumes mit Qi bezeichnet werden, welche sich bedrückend oder befreiend auswirkt. Das chinesische Schriftzeichen für Q-i bedeutet ursprünglich „Dampf aus dem Reistopf“. Ein Philosoph aus dem vierten vorchristlichen Jahrhundert schreibt: „Das Leben des Menschen ist eine Ansammlung von Qi. Wenn es sich sammelt, bedeutet es Leben, wenn es sich zerstreut, Tod.“ Die Idee des Qi liegt auch den Meditations- und Bewegungstechniken von Qigong und Tai-Chi zugrunde. Dadurch soll die Urkraft in den Körper gelenkt und durch ihn hindurchgeschleust werden. Dabei wird die Atmung als Rhythmusgeber des Qi eingesetzt. Daneben spielen auch harmonische, langsame Bewegungsabläufe und bewusstes Lenken von Vorstellungen und Gedanken eine Rolle.

Studien belegen, dass bei Erkrankungen wie Asthma und Bluthochdruck gute Erfolge erzielt wurden. Qigong („Arbeit am Qi“) werden sämtliche Muskelgruppen gedehnt, gelocker und gekräftigt. Ruhiger Atemrhythmus führt zu Tiefenentspannung, hat einen mediativen Effekt und ist in jedem Lebensalter möglich.

Auch Tai-Chi (sog. „Schattenboxen“) wird zunehmend zur Rehabilitation und Gesunderhaltung eingesetzt. Bewegungsübungen in Zeitlupe leiten körperlich und seelisch die Bereitschaft zum Loslassen ein. Tai-Chi stärkt Durchblutung, Immunsystem und Infektabwehr.