Gute Gefühle gegen Krankheit

Gefühle haben ei­ne unmittelbare Aus­wirkung auf unseren Kör­per und einen ent­scheidenden Einfluss auf die Entstehung und den Verlauf von Krank­hei­ten.

Dr. med. Werner Bartens, Leiten­der Redakteur im Wissenschafts­res­sort der Süddeutschen Zeitung und Au­tor stellt diese These in sei­ner neuesten Pub­likation „Körper­glück. Wie gute Ge­füh­le gesund ma­chen“ auf und zeigt ex­em­plarisch, wie mit postivem Gefühl ver­schie­­dens­te Si­tu­a­tio­nen gemeistert werden kön­­nen. Als eine plumpe Anleitung zum „po­­sitv Den­ken“ möchte Bar­tens seine Re­che­r­chen nicht ver­ste­hen. Vielmehr ge­wann er aus experi­mentellen Studien und auf na­tur­wis­sen­schaftlicher Basis Fak­ten, die ein­deutig zei­gen, wie viele Ebe­nen des Kör­pers mit­ei­n­ander in Wech­selwirkung sind: Immun­sys­tem, mole­ku­lare Me­cha­nis­men, Stress – all das greife in­ein­ander. Bei­spiele: Die Anfälligkeit für Rücken­­schmer­­­­zen lasse sich an­hand ei­nes Persön­lichkeits­pro­fils vor­aus­­­sa­gen. Eine Depression schlage nicht nur aufs Gemüt, sondern führe dazu, dass Ner­ven neu und anders ver­knüpft werden.

„Ärzte können schon eine Hilfe­stel­lung leis­ten.“, sagte Bartens ge­gen­­über dem öster­rei­chi­schen „Stand­ard“. Es gehe da­rum, Stär­ken und Schwächen von Men­schen zu er­grün­den, Be­dürf­­nisse zu orten und rich­ti­ge Maß­nah­men zu setzen. Vie­le Men­schen hät­ten ein­fach nicht ge­lernt, auf sich zu achten, „und merken es [erst dann], wenn sie im Umgang mit Stress schei­tern.“

In der medizi­ni­schen Aus­bil­dung ler­nen wir Ärz­te, das Augen­merk auf kör­per­li­che Beschwerden und die Diag­nos­tik nach „objek­tiven Be­fun­­den“ wie Labor, Röntgen, EKG, Kernspintomo­gra­phie usw. zu stellen. Die Tä­tig­keit in der Praxis zeigt, dass die ge­klag­­ten Symptome oft nur die vordergründigen Ak­teu­re auf der Bühne der Krank­heit darstellen. Um das ge­sam­te Krankheitsbild zu verstehen, ist jedoch der Blick auf die Kulissen im Hintergrund zu richten. Die ärztliche Kunst besteht nach Dr. Burger nun darin, die Symptome im Vor­dergrund mit den tieferen Ur­sachen aus der Seelenwelt zu­sam­men zu bewerten und da­raus eine individuelle und fun­dierte Therapie für den Pa­ti­en­­ten zu entwickeln.