Die Kunst des langsamen Laufens

Cholesterin ist ei­ne lebensnotwen­di­ge Substanz. Wird der Körper jedoch auf Dau­er mit dem „schlech­ten“ LDL-Cholesterin belastet, steigt das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. 30 Minuten Bewegung täglich können schon helfen, einen Ausgleich zu schaffen.

Grundsätzlich: Das LDL-Cholesterin (Low Density Lipoprotein Cholesterol) trans­portiert das Cholesterin von der Le­ber über die Gefäße zum Gewebe. Ist das LDL-Cholesterin erhöht, kann es sich an den Arterienwänden ablagern und die Ent­stehung von Arteriosklerose fördern. Das HDL-Cholesterin (High Density Lipo­pro­te­in Cholesterol) transportiert das Choles­te­rin von den Gefäßen zurück in die Leber und senkt das Risiko einer Arterios­kle­rose.

Sport kann als Prävention dafür betrie­ben wer­den, damit Cholesterinwerte im Gleich­gewicht bleiben. „Positiv beein­flusst wer­den durch Bewegung auch die Blut­druckwerte und die Insulin­re­sis­­tenz, die Vor­stufen der Zucker­krank­­heit“, sagte Pro­fessor Marthin Halle von der Lipid-Liga gegen über der dpa. Am besten für das körperliche Gleichgewicht seien Ausdauersportarten wie Radfahren, Lau­fen oder Skilanglauf. Die Belastung soll­te laut Halle min­destens 20 Minuten an­dauern. „Dadurch wer­den die Enzy­me angesprochen, die die Fette spal­ten, damit die Triglyceride senken und HDL-Cholesterin erhöhen.“ 30 Minuten pro Tag wären sinn­voll. Die Intensität sollte so ge­wählt werden, dass man leicht ins Schwitzen kommt, sich aber noch unterhalten kann.

Der deutsche „Lauf­dok­tor“ Dr. Ernst von Aa­ken erfand be­reits in den 60er Jahren die „Waldnie­ler Aus­­dau­er­methode“. Darun­ter ver­­steht man die gesunde Mi­schung aus langsamen und er­hol­­sa­men Trainings­ein­heiten, un­ter­brochen von einem ge­ringen An­­teil an Tempo­läufen: täg­liches Lau­­fen, viel Laufen (10 bis 80 Kilo­­meter) bei schonendem Tem­po (Puls 130/min) mit häu­figen Pau­sen bis zur voll­stän­digen Er­ho­lung mit nur ein oder zwei Tem­po­läu­fen pro Trai­ning. (Verhältnis 20:1 bis 40:1) Zu riskant: Am Ende des Laufs noch einmal sprinten und total aus­powern. Besser entspannt auslaufen und danach dehnen.

Quelle: Mittelbayerische Zeitung (MZ) vom 14. April 2010