Kinder brauchen Bewegung!

Die moderne Welt än­­dert die urei­ge­nen Ver­­hal­tens­wei­sen des Men­­­schen grund­le­gend. So bewegt sich ein Kind heu­­te nur noch durch­schnittlich 800 Meter am Tag. Frü­­her waren es bis zu 15 Ki­lo­­meter. „Ein Nachteil für die kör­perliche Ent­wicklung“, so Dr. Siegfried Burger.

Ausreichende Bewegung zählt ne­ben ausgewogener Ernährung und ge­lun­gener Stressbewältigung zu den bes­ten Schutzfaktoren für unsere Ge­sundheit. Körperliche Aktivität trägt nicht nur dazu bei, dass die Durch­blu­tung des Körpers an­geregt wird. Sie kann außerdem das Risiko min­dern, an „Zi­vili­sationskrankheiten“ wie Fettleibigkeit, Diabetes mellitus, Blut­hoch­druck oder Rückenschmerzen zu er­kranken und die physische Leis­tungs­fä­hig­keit steigern.

Kinder haben ei­nen natürlichen Be­we­­gungs­drang. Des­halb muss ausrei­chen­de Bewegung schon früh zuge­las­sen und un­terstützt wer­den, so dass sich dieses Be­we­gungsverhalten für das ge­sam­te Le­ben festigt und zur Selbst­verständ­lich­keit wird. Gerade über Bewe­gung erschließen sich Kinder die Welt. Klein­kinder strecken sich und strampeln, sie krabbeln auf allen Vieren und entdecken so ihre Umgebung. Bewegen, Fühlen und Denken fügen sich in ihrer Er­fah­rung zusammen. Im Kindergarten to­ben die Kleinen auf dem Spielplatz, bal­gen miteinander oder rennen um die Wette. Mädchen und Jun­gen tanken so auf spielerische Weise Lebensfreude.

Die Schule schränkt den kind­li­chen Bewegungs­drang oft er­heblich ein. Und auch der in Lehr­plänen vor­gese­he­ne Sport­unterricht fällt viel zu oft aus. Darüber hi­naus verbringen laut Sta­tis­­tik Schulkinder durch­schnitt­lich 2,3 Stunden vor dem Fernseher und 1,1 Stun­den vor dem Com­pu­ter.

Mangelnde Bewegung und fal­sche Ernährung als Haupt­ur­sachen dafür, dass Kin­­der und Jugendliche im­mer öfter zu viel auf die Waa­ge bringen. Im Durchschnitt wie­gen sie heute gut 1,5 Kilo­gramm mehr als noch vor 25 Jah­ren (Kinder- und Ju­gend­sport­bericht). Zwischen zehn und 20 Pro­zent der Mädchen und Jungen gelten mitt­lerweile als übergewichtig oder adi­pös. Der Anteil der Jungen ist dabei in allen Altersklassen deutlich höher als jener der Mädchen. Bei den 13- bis 15-Jährigen ist fast jeder zehnte Junge übergewichtig.

Bewegung schützt auch vor psychischen Belastungen
Regelmäßige Bewegung schützt aber nicht nur vor Übergewicht und Adipo­sitas, sondern auch vor vielen anderen Krankheitsrisiken.

Zum Beispiel: Etwa 18 Prozent der Kin­der und Jugendlichen leiden unter psy­chi­­schen Belastungen und Auffällig­kei­ten. Regelmäßige Bewegung, so das Bundesministerium für Gesund­heit in einer Pressemitteilung, könnte hel­­fen, die Psyche zu stabilisieren, Stress abzubauen und das Selbst­wert­gefühl zu steigern. Körperliche Ak­tivität sorgt eben nicht nur dafür, dass die Energiebilanz des Orga­nis­mus wieder stimmt. Gerade auch bei schlechter Laune oder Verstimmung kann etwas Bewegung helfen, ange­stau­ten Ärger loszuwerden und die Welt wieder positiver wahrzunehmen. Außerdem stärkt regelmäßige Bewe­gung im Verein oder einer anderen Grup­­pe Sozialkompetenz, Toleranz und Kommunikationsfähigkeit.

Das Programm „Gut drauf“
„Gut drauf“ heißt denn auch eine spe­ziell für Jugendliche entwickelte The­men­reihe der Bundeszentrale für ge­sund­heitliche Aufklärung. Darin wer­den unter anderem zehn Gründe ge­nannt, warum sich körperliche Ak­tivi­tät für die eigene Gesundheit aus­zahlt. Ganz oben rangieren die Sätze: „Wer sich bewegt, fühlt sich wohler“ und „gute Laune durch Bewegung“.