Richtig entspannen im Urlaub

Bankenkrise, Staats­schuldenkrise, Euro­krise. Geht es Ihnen auch so? Man kann es nicht mehr hören und hofft auf eine Lösung, mittlerweile Haupt­sache irgendwie.

Aber die täglichen Nachrichten glei­chen einer Gehirnwäsche. Man kann sich dem Radio, Fern­se­hen und Printmedien nicht wirk­lich entziehen. Aber letztlich können wir als Einzelne diese Krise nicht be­ein­flus­sen. Deshalb halten sie es mit “Kon­­fuzius”: ändere was du nicht ak­zep­tie­ren kannst und akzeptiere was du nicht ändern kannst. In diesem Sin­ne wen­den Sie sich im Urlaub vom Durch­ein­­ander der äußeren Welt lieber Ihrem in­ne­ren See­len­leben zu.

Ende Juli in der Oberpfalz
Die Getreidefelder sind schon weitgehend ab­­geerntet und umgeackert, nur noch ein­zel­ne Roggen- und Haferfelder sowie der Mais stehen. Die Wiesen sind nicht mehr ge­­mäht sondern rasiert (für die Bio­gas­an­lagen), so dass Niederwild und Vögel kaum noch Deckung finden. Auch der Juli ist noch ein wunderschön grüner Mo­nat, obwohl bereits schon ein­zelne Bäume aufgrund der Trocken­heit anfangen gelbe Blätter ab­zu­wer­fen. Der Herbst ist nicht mehr weit. Meistens steigt in den Wochen vor dem Som­mer­urlaub die Arbeitsbelastung kon­ti­nu­ier­lich an, viele Vorgänge sollen noch ab­ge­schlossen, der Schreibtisch leer ge­räumt werden.

Damit Urlaub nicht krank macht
Dadurch kommt es in der ersten Wo­che des Urlaubs zu einer Ge­gen­re­aktion. Der Stress fällt ab, Kör­per und Psyche fallen in ein Tief. “Lei­s­ure Sickness-Syn­­-drom” oder zu Deutsch: “Frei­­zeit-Krank­heit-Syn­drom” be­zeichnet die Medizin die­ses Problem.

Gerade diejenigen, die von 150 Prozent auf Null zu­rück­schalten, erwischt es am ehesten. Warum? Das liegt daran, dass jemand unter Dauerstress einen er­höh­ten Adre­nalinspiegel auf­weist. Das Immun­sys­tem arbeitet auf Hoch­tou­ren. Legt man urplötzlich den Schalter auf “Aus”, lässt der Stress nach, nur weil ge­ra­de Urlaub angesagt ist, nutzt das Immunsystem diese Zeit, sich zu erholen und schwächt sich ab. Gera­de dann ist man anfällig für Infekte.

Was ist zu tun?
“Den Alltag verändern”, sag­te Jürgen Loga, Leiter des Burn­out-Helpcenters in Lö­wen­stein bei Heil­bronn, ge­genüber dem Evan­­geli­schen Pres­se­dienst.

Neben gesunder Ernährung sei es wichtig, kleine Pausen wäh­­rend der Arbeit ein­zu­bau­­en und min­des­tens 20 Mi­nu­­ten täglich zu ent­span­nen – egal, ob Mit­tags­­schlaf, Me­di­tation “oder einige ro­man­tische Mi­­nuten mit dem Part­ner.” Um stress­imu­ner zu werden, so Loga weiter, sollte man einmal am Tag beim Spazieren­ge­hen, Treppensteigen oder Fahrrad­fah­ren körperlich in Schwung kom­men und zweimal die Woche min­des­tens für 30 Minuten Aus­dauer­sport betreiben.

Wer sich zumindest an ein paar dieser Regeln hält, der kann beruhigt Urlaub machen. Der Körper ist dadurch nicht diesem extremen Wandel ausgesetzt und kann sich leichter an die längere Pause gewöhnen. Und wie lange soll man Urlaub ma­chen? Mindestens zwei, besser drei bis vier Wochen. Weil man sich vollkommen von der Arbeit ent­fer­nen muss – ohne Kontakt nach Hau­se oder ins Büro (kein Handy!).

Wis­senschaftlich erwiesen sei, dass der Kö­rper 12 bis 13 Tage braucht, um alle Stress­hormone ab­zu­bau­­en. “Son­ne und Sport be­schleu­ni­gen in die­ser Zeit den Abbau”, so Loga.

Als’ dann: Schönen Urlaub!