Wer 100 wird, ist in der Regel optimistisch durchs Leben gegangen. Foto: (c) bilderstoeckchen - fotolia.com
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Altern beginnt schon in der Jugend

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Wie wird das einmal sein, wenn man „alt“ ist? Was bedeutet das eigentlich, „alt sein“? Ab wann ist man „alt“? Der natürliche Alterungsprozess setzt medizinisch gesehen bereits im Alter von 25 Jahren ein. Die Sehkraft der Augen lässt nach, Leber und Nieren haben bei der Geburt schon mal intensiver gearbeitet. Mit 30 sind wir auf dem Höhepunkt unserer körperlichen Leistungsfähigkeit. Danach beginnt der unweigerliche Abfall. Und doch gibt es viele Menschen, die „ewig“ leben, wie man im Volksmund sagt. Woran liegt das? Eva Grill, Professorin für Epidemiologie an der Ludwig-Maximilian-Universität in München meint, dass der Körper wie eine Bank funktioniere. Wer schon in jungen Jahren in seine Gesundheit investiere bekomme für „das Alter“ ausreichend Zinsen ausbezahlt.

Optimistisch durchs Leben
Seit vielen Jahren interessiert die Forscher, warum das Leben mal kürzer mal länger dauert. Neben körperlicher Gesundheit und den Klassikern Sport und gesunde Ernährung bringen Wisschenschaftler immer wieder den psychologischen Faktor in ihre Überlegungen mit ein. „Wer 100 wird, ist in der Regel optimistisch durchs Leben gegangen und hat Spaß an sozialen Kontakten“, zitiert die Süddeutsche Zeitung die amerikanische Juniorprofessorin Daniela Jopp (Fordham University/New York). Die Wissenschaftlerin spricht in diesem Zusammenhang auch von aktiven Freundeskreisen, körperlicher und geistiger Aktivität. (Anmerkung der Redaktion: Soziale Kontakte jedoch, die nur auf virtueller Basis funktionieren, dürften davon ausgeschlossen sein.)

Negativ auf die psychische Gesundheit wirken sich Krankheiten aus, die man das ganze Leben lang über sammelt und in chronischer Ausprägung ins Alter mitschleppt. Am besten wäre, diese zu vermeiden. Wenn‘s nicht geht dann zumindest akzeptieren. Das wäre dann gut für die Psyche.

Auch im Alter kann noch vorgesorgt werden
„Nun gut“, wird nun so mancher denken. „Jetzt bin ich aber keine 30 mehr und möchte trotzdem gerne noch etwas länger leben. Geht das?“ Zieht man alle Anregungen ins Kalkül kann die Frage sicherlich mit „Ja“ beantwortet werden. Denn sich gesund ernähren und sich körperlich wie geistig fit halten ist keine Frage des Alters. Oft ist es nur das Wollen und schließlich auch Umsetzen, was zu Veränderungen führt. Lassen wir mal alle Statistiken beiseite. Im Großen und Ganzen gelten im Alter dieselben Prinzipien wie in jungen Jahren. „Selbst Hochbetagte über 80 können durch gezieltes Krafttraining (Anm. der Red.: und Bewegung) ihre körperliche Leistungsfähigkeit steigern und erhebliche Verbesserungen ihrer Lebensqualität erreichen“, schreiben die internisten-im-netz.de. „Wer mehr Kraft hat, ist länger selbstständig und kann ganz normale Alltagshandlungen alleine bewältigen oder wieder lernen.“ Die Empfehlung klingt eindeutig: „Nutzen Sie jede Chance zur Bewegung“. So viel wie möglich zu Fuß gehen, die Treppe anstelle des Aufzugs nehmen, zu Fuß zum Einkaufen. Übrigens: Wer im mittleren Alter Sport treibt, profitiert noch Jahrzehnte später davon.

Noch ein Hinweis: Im Alter wird der Grundumsatz des Stoffwechsels mit weniger Kalorien als in jungen Jahren aufrechterhalten. Deshalb nehmen ältere Menschen oft zu, ohne dass sie mehr essen als früher. Der Bedarf an lebensnotwendigen Mineralstoffen und Vitaminen bleibt jedoch konstant.

Falls Sie sich nicht sicher sind, in welchem Maße sie Ihren Körper verändern können und dürfen: Sprechen Sie Lebensumstellungen mit einem Arzt ab. Er wird Ihnen helfen.