Sonne tanken und Vitamin D-Produktion ankurbeln. Foto: (c) stryjek - fotolia.com

Endlich: Power tanken in der Sonne!

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Es heißt zwar so, es ist aber in Wirklichkeit kein Vitamin. Denn Vitamine sind von der Theorie her Stoffe, die dem Körper von aussen zugeführt werden müssen. Der menschliche Körper jedoch, er kann Calciferol, wie das Vitamin D in der Fachsprache genannt wird, selbst herstellen. Hierfür ist ein längerer Prozess notwendig, den wir in der Folge näher beschreiben werden.

Vitamin D ist einer der wichtigsten Stoffen überhaupt, weshalb die Natur den menschlichen Körper auch so geschaffen hat, dass er es selbst herstellen kann. Das Vitamin regelt den Kalzium-Haushalt im Körper. Kalzium ist unter anderem notwendig für Muskeln oder die Blutgerinnung. Zudem sorgt es für die Mineralisierung der Knochen und schützt diese vor Brüchen.

Vitamin D: Wie der Körper den Stoff herstellt
Setzt man seine Haut ultravioletter Strahlung aus, kann der Körper Cholesterin in Calziol, der Vorstufe des aktiven Vitamin D (Calzitriol) umwandeln. Dafür reicht ein täglicher Spazierengang von 30 Minuten. In der Leber wird das Vitamin in seiner zweiten chemischen Form gespeichert, nämlich als sogenanntes Calzidiol. Dort bleibt es, bis es von anderer Stelle angefordert wird: Der Niere. Dort wird schließlich die wirksame Form gebildet. Und zwar immer dann, wenn das „aktive Vitamin D Calzitriol“ benötigt wird.

Es ist ein komplexes Zusammenspiel zwischen Organen und Hormonen, das den Vitamin D-Haushalt reguliert. Einer der Protagonisten ist auf jeden Fall die Schilddrüse. Ist zu wenig Kalzium im Blut aktiviert sie den Stoff Parathormon, der Kalzium aus dem Knochen löst und damit indirekt die Produktion von Vitamin D in den Nieren auslöst. Bei Erkrankung der Leber und Niere kann es zu latentem Vitamin D kommen.

Kann man Vitamin D auch zu sich nehmen?
Die Antwort lautet Ja. Die Schätzungen den Tagesbedarf betreffend variieren von 10 bis 20 µg (0,01 bis 0,02 mg). Der reichhaltigste Lieferant von Vitamin D ist frischer Fisch. 100 Gramm Hering oder 150 Gramm Lachs oder 200 Gramm Sardinen decken theoretisch den Tagesbedarf an Vitamin D. Theoretisch. Frischer Fisch ist für uns Süd-Bayern leider kein Standard-Gericht.

Man kann sich freilich auf die Eigenproduktion verlassen. Doch auch die ist abhängig vom Wohnort, von der Sonnenhäufigkeit und auch vom Hauttyp. Bleiben noch Vitamin-D-Tabletten oder das immer wieder konträr diskutierte Solarium. Die Gabe von Vitamin D in chemischer Form sollte grundsätzlich mit dem Arzt abgesprochen werden. Eine Überdosierung kann schlimme Folgen haben. Wer zuviel davon schluckt, riskiert Kalziumablagerungen in den Blutgefäßen, der Niere, dem Herzen und der Lunge. Schließlich kann es im Endstadium sogar zu Nierensteinen und Nierenversagen kommen. Sicherlich gibt es Indikationen, die es verlangen, dass man seine Vitamin-D-Versorgung mit Hilfe von chemischer Zugabe unterstützt. Davon betroffen sind vor allem ältere Menschen oder Menschen mit bestimmten Erkrankungen. Aber, wie bereits gesagt, bitte keine Eigentherapie einleiten. Erst einmal den Arzt fragen. Bei Osteoporose kann allerdings bedenkenlos 1000 i. E. (internationale Einheit) täglich eingenommen werden. Bei Immun- und Abwehrschwäche sogar bis zu 10000 i. E.

Kurz zum Solarium: Es gibt Forschungen, die beweisen sollen, dass UV-Strahlen aus der Kiste den Vitamin-D-Spiegel im Blut gut regulieren und Krankheiten wie Osteoporose (Knochenschwund) eindämmen können. Aber auch hier gilt: Reden Sie mit einem Spezialisten.

Welche Vitamine für uns lebensnotwendig sind
Einfach zu merken: A,B,C,D,E und K sind die wichtigsten Vitamine für den menschlichen Körper.

Vitamin A ist wichtig für das Zellwachstum, etwa für das der Knochen sowie für die Funktion einiger Fortpflanzungsvorgänge. Vitamin A hilft zudem, Haut und Schleimhäute gesund zu halten und ist wichtig für die Sinne: die Augen, das Hören und das Riechen. Vitamin A produziert der Körper selbst, wenn man Karotten isst.

Vitamin B steht stellvertretend für eine Reihe verschiedener Unter-Vitamine, die als Teamplayer für Funktion des Nervensystems zuständig sind; für ein gutes Gedächtnis und Konzentration. Vitamin B soll auch altersbedingten Hirnschwund (Alzheimer) entscheidend verlangsamen. Am meisten Vitamin B nimmt man durch Vollkornprodukte, Milch und Joghurt zu sich.

Vitamin C stärkt unsere Abwehrkräfte. Viel frisches Obst und Gemüse sind Lieferanten.

Vitamin E wird auch „Zellschutzvitamin“ bezeichnet, da es schädlichen Einflüssen wie zum Beispiel aggressiven Sauerstoffverbindungen (freien Radikalen) entgegenwirkt. Wichtige Lieferanten sind Pflanzenöle, Fisch, Gemüse und Obst (Johannisbeeren, Mangos und Avokados).

Vitamin K ist für die Blutgerinnung verantwortlich. Fehlt Vitamin K, kann es zu Blutungen kommen oder Verletzungen nicht schnell genug heilen. Grünes Blattgemüse (z.B. Spinat oder Kohl) sind die wichtigsten Lieferanten. Auch in Sonnenblumenöl oder Hühnerfleisch ist das Vitamin vorhanden.