Die Fabelhafte Leichtigkeit Des Seins …
Die fabelhafte Leichtigkeit des Seins, und warum wir sie nicht jeden Tag aufs Neue aufs Spiel setzen sollten. Foto: (c) Konstantin Yuganov - fotolia.com

Die fabelhafte Leichtigkeit des Seins …

Wir leben ständig in einer Spannung zwischen Ist und Soll. Eigentlich sollte das Leben ausgeglichen und ruhig verlaufen; ein gesundes Maß an Arbeit und ein ebenso gesundes Maß an körperlichem und geistigem Ausgleich. Eine ausgewogene Ernährung zu fixen Zeiten – unser Körper würde es uns danken. Kurz: Wir alle wünschen uns ein langes, gesundes Leben.

Und dennoch verschenken wir tagtäglich wertvolle Zeit. Man kann nicht wirklich ein Maßband anlegen, um zu sagen, wie viel Zeit man genau mit welcher Art von ungesundem Lifestyle aufs Spiel setzt. Die Studie einer Gruppe von Epidemiologen des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg (DKFZ) hat es allerdings versucht und 2015 Zahlen veröffentlicht, die in der Zeitschrift für Sportmedizin (4/2015) nachzulesen sind. Optimalerweise könnte ein Mann durchschnittlich 87 Jahre, eine Frau 89 Jahre alt werden. Die EPIC-Studie sagt, dass „mehr als 10 Zigaretten pro Tag das Leben um 9,4 Jahre verkürzen“, ein BMI über 30 koste 3,2 Jahre. Wer täglich übermäßig Alkohol konsumiert, verringere sein Leben um 3,1 Jahre. 120 Gramm rotes Fleisch oder Wurst täglich? Macht 2,4 Jahre weniger. Für Stress gibt es keine Messlatte. Doch gesund ist er auch nicht wirklich und verkürzt das Leben gewiss nicht unmerklich.

Es gibt kein Patent-Rezept für
langes Leben, aber ein paar Tipps

Geht es um gesundes Leben, geht es immer um gesunde Ernährung, um ausreichend Bewegung, Entspannung und gesunden Schlaf, den Verzicht auf Rauch und Alkohol und um positives Denken ohne Stress. Ja, das wäre das Optimum. Und jeder weiß, dass es nur eine Standard-Regel sein kann, die einen hehren Zustand definiert, der maximal unter Laborbedingungen erreicht werden kann. Denn unser Leben im 21. Jahrhundert in Europa bietet nicht ausreichend Nischen. Und dennoch ist es möglich, sein Leben manchmal zu ändern, wenn man sich nur ein paar wenigen Dingen bewusst wird.

Die richtige Ernährung spielt eine Hauptrolle. Nicht „schnell und Hauptsache was im Magen“ ist gesund. Die Ausgewogenheit zählt. Täglich Obst und Gemüse, wenig Fleisch, pflanzliche Kohlenhydrate, fettarme Milch und wenig Fett.
Der Organismus verlangt zudem nach genügend Flüssigkeit. Wasser dient ebenso wie Blut dem Transport von Sauerstoff und Nährstoffen zu den Organen und deren Zellen ebenso wie dem Abtransport von Stoffwechselprodukten. Wer zu wenig trinkt, unterversorgt dadurch die Funktionen seines Körpers, verliert an Gehirnleistung und Konzentration, versetzt seinen Organismus unter vermeidbaren Stress. Muss nicht sein! Die Regel: Mindestens zwei Liter pro Tag Flüssigkeit. (Mineralwasser, Früchtetee) Bier zählt nicht.

Raus an die frische Luft ist ebenso ein wichtiger Grundsatz, oder wie wir Bayern gerne sagen: „Dahoam steam d‘Leit!“ Sauerstoff weckt die Lebensgeister und stärkt die Abwehr. Sonnenlicht ist notwendig für die Eigen-Produktion von Vitamin D. Das wiederum wird gebraucht für das Knochengerüst. Fehlt Vitamin D, baut der der Körper Calcium ab und zerstört sich dadurch selbst.

Gesunder Schlaf wirkt wie ein RESET-Knopf: Alles auf Anfang. Der Körper schaltet den Stoffwechsel auf ein Minimum, geht während dieser Zeit in den Reparatur-Modus. Unter anderem regenerieren Herz, Kreislauf und Gehirn; ebenso Immunsystem und Verdauung. Mehr Informationen finden Sie durch die Suchfunktion auf dieser Seite.

Dass Verzicht auf Drogen und die Reduktion von Alkohol auf ein normales Maß das Leben verlängert, dürfte hinlänglich bekannt sein.

Die Glücksforschung kommt zu einem interessanten, vollkommen anderen Ansatz, wie man länger gesund leben kann. „Glückliche Menschen mit vielen angenehmen Gefühlen, einschließlich Optimismus, haben nicht nur ihr Leben lang ein schöneres Leben, sondern leben auch noch (…) bis [zu] 10 Jahre länger, als unglückliche“, sagt das Institut für Glücksforschung in München (www.gluecksforschung.de)

Letztlich sind das alles Aspekte wie sie Pfarrer Sebastian Kneipp bereits vor über hundert Jahren mit dem Prinzip der „Lebensordnung“ (auf modern: „Work-Life-Balance“) beschrieben hat.

Text: Rainer Wittmann

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