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Erkrankungen Im Winter Ernst Nehmen Foto: ©  Jenny Sturm, Fotolia.com
Schon gemerkt? Es ist fast Dezember und das Wetter spielt – wie schon seit mehreren Jahren – wieder einmal verrückt. Mal unter Null, mal weit im Plus; und das nahezu im täglichen Wechsel. Sie fühlen sich unmotiviert, der Kreislauf spielt verrückt und der Körper meldet: „Irgendwie fühle ich mich krank.“ Sie könnten ihm antworten: „Ja, Temperaturschwankungen von mehr als acht Grad belasten unseren Organismus. Es ist normal dass wir uns müde und schlapp fühlen, also beruhige dich wieder!“ Foto: © Jenny Sturm, fotolia.com

Erkrankungen im Winter ernst nehmen

Schon gemerkt? Es ist fast Dezember und das Wetter spielt – wie schon seit mehreren Jahren – wieder einmal verrückt. Mal unter Null, mal weit im Plus; und das nahezu im täglichen Wechsel. Sie fühlen sich unmotiviert, der Kreislauf spielt verrückt und der Körper meldet: „Irgendwie fühle ich mich krank.“ Sie könnten ihm antworten: „Ja, Temperaturschwankungen von mehr als acht Grad belasten unseren Organismus. Es ist normal dass wir uns müde und schlapp fühlen, also beruhige dich wieder!“

Aber: Dem Körper interessiert das nicht. Er reagiert bei Temperaturschwankungen unter anderem mit Blutdruck-Anpassungen. Steigen die Temperaturen, weiten sich die Blutgefäße, der Blutdruck sinkt. Wird‘s kalt, läuft das Ganze anders herum. Dieses Wechselspiel kann – vor allem bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Leiden – auf Dauer zu chronischen Problemen bis hin zum Tod führen. Und das vor allem in den kalten Monaten. Experten sprechen in diesem Zusammenhang von „Saisonsterblichkeit“. „Extreme Wetterlagen erhöhen das Herzinfarktrisiko, auch Atemwegserkrankungen nehmen zu. Besonders gefährdet sind ältere Menschen“, erläutert Medizin-Meteorologin Angelika Grätz vom Deutschen Wetterdienst (DWD) gegenüber der Internet-Seite bestattungen.de.

Grippe ist nur eine relativ
harmlose Erkrankung im Winter

Das statistische Bundesamt veröffentlicht jedes Jahr Zahlen zur Sterblichkeit. So auch für den Zeitraum von 1990 bis 2010. Heraus gekommen ist, dass in den kalten Monaten durchschnittlich mehr Menschen sterben als in den warmen. Unfälle bei Schnee und Eisglätte sind hierfür nicht vorrangig schuld an dem relativ hohen prozentualen Anstieg. Als Ursachen für die Varianz des Sterberisikos sehen Experten vor allem in witterungsbedingten Faktoren.

Husten, Schnupfen, Heiserkeit – das sind die Winterkrankheits-Standards. Wer sich kurz unterkühlt wird nicht gleich daran erkranken; nur wenn der Körper lange Zeit ausgekühlt ist passiert es. Ein Haupt-Anzeichen bei Erkältungen ist Frösteln. Wenn‘s damit schon anfängt, dann ab uns Bett. Übrigens: Wechselduschen sind die beste Prophylaxe in der Erkältungswelle. Drei bis vier Mal kurz kalt duschen oder am Schluss mindestens 20 Sekunden kalt, wobei 25 Grad ausreichend sind. Eventuell noch zwei bis drei Minuten Trautreten oder Barfußgehen im Schnee. Das trainiert das Gefäßsystem und verhindert, dass man auskühlt.

Nicht nur Grippe, Lungenentzündungen und Herz-Kreislauf-Beschwerden nehmen im Winter zu, auch andere Teile des Körpers machen sich bemerkbar, wenn‘s draußen kalt wird. So etwa bei Menschen, die unter Arthrose leiden. Sie spüren die abgenutzten Gelenke in den Wintermonaten stärker. Vermutlicherweise liegt das am veränderten Muskeltonus. Der Spannungszustand der Muskeln nimmt bei Kälte zu, somit auch die Spannung, mit der die Sehnen an den Knochen ziehen. Den Schmerz zu Hause auf der Couch aussitzen und auf den Sommer warten wäre allerdings die falsche Reaktion darauf. Der Körper braucht Mobilität. Auch wenn‘s weh tut muss man versuchen, sich zu bewegen, die Gelenke zu aktivieren. Behutsam zwar und mit Bedacht; aber trotzdem in Bewegung bleiben.

Rückenschmerzen, das Volksleiden schlechthin, treten auch im Winter häufiger auf. Auch hier spielt der Muskeltonus eine Rolle. Während man in den warmen Monaten viel häufiger im Freien und somit im Warmen aktiv ist, zieht sich der Mensch im Winter gerne zurück, stellt sich auf oft wochenlange Passivität ein. Der Körper reagiert darauf, die Muskeln im Rumpf-Bereich (Brustkorb, Bauch, Rücken und Becken) ziehen sich zusammen. Machen Muskeln Pause werden Fehlstellungen begünstigt. Die Folge sind Schmerzen bei den kleinsten Fehlbelastungen. Nicht nur nach längerer Passivität wird deshalb empfohlen, sich vor körperlicher Tätigkeit aufzuwärmen.

Und was ist, wenn ich im Winter regelmäßig Alkohol trinke? Ein paar Glühwein am Christkindlmarkt wärmen mich doch auch auf. Und danach fühle ich mich putzmunter. Am Anfang fühlt man sich zwar gewärmt, aber das trügt. Denn im Grunde setzt man damit das Wechselspiel zwischen warum und kalt wieder in Gang, das uns bereits wettertechnisch ziemlich zu schaffen macht. Alkohol allerdings erhöht den Kontraktionsfaktor um ein Vielfaches.

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