P-E-C-H Ist Bei Verletzungen Hilfreich
P-E-C-H-Regel Foto: (c) AhavatHaEmet, stockphoto.com

P-E-C-H ist bei Verletzungen hilfreich

P-E-C-H: Pause – Eis –  Compression – Hochlagern

Wie PECH bei Verletzungen hilfreich sein soll? Ganz einfach. Wer die Folgen von Verletzungen (wie zum Beispiel nach einem Sturz) in erträglichen Grenzen halten will, sollte sich die P-E-C-H-Regel gut merken: P für sofortige Pause, E wie Eis oder Kühlung generell, C wie Compression oder Anlegen eines Druckverbandes und H wie Hochlagern. In der Akutphase direkt nach dem Trauma ist es nicht so entscheidend, die genaue Art oder den Umfang der Verletzung festzustellen. Das kann nur ein Arzt unter Zuhilfenahme von moderner Diagnostik. Wichtig ist, gleich nach dem Ereignis schnell und richtig zu handeln, um vielleicht größere Komplikationen zu vermeiden.

Viel Spaß beim Lesen.
Susanne Kern und Thomas Schlüter

AKUTE SCHMERZEN ERST MAL LINDERN

Bei akuten Verletzungen zu Hause oder beim Sport bewährt sich die PECH-Regel, denn gerade die ersten Minuten nach einem Unfall sind entscheidend, um die Folgen für den Betroffenen möglichst gering zu halten. Die PECH-Regel – sie steht für Pause, Eis, Compression und Hochlagerung – ist eine leicht zu merkende Grundregel für die Erst-Versorgung.

Eine Verletzung ist schnell passiert. Dann sind die ersten Minuten mitentscheidend und können den anstehenden Heilungsprozess stark beeinflussen! Egal ob im Training, im Spiel, bei einer privaten Laufeinheit oder bei der Arbeit, der Ablauf der Erstversorgung hat entscheidenden Einfluss auf die anstehende Regenerationszeit und sollte daher nicht unterschätzt werden.

Nahezu jede Sportverletzung wird begleitet von Blutungen in das betroffene Gewebe und einer darauf folgenden Schwellung. Es entsteht ein Bluterguss (Hämatom). Da am Unfallort selten eine genauere Untersuchung möglich ist, kann die Anwendung der PECH-Regel Schmerzen lindern und weitere Verletzungsfolgen mindern. Für einen Laien ist es schwierig, eine einfache Prellung von einer Zerrung, einem Muskelfaserriss, einer Bänderdehnung oder einem Knochenbruch zu unterscheiden.

Viele Verletzungsmuster zeigen ein ähnliches Beschwerdebild:

  • unmittelbar einsetzender, oft starker Schmerz
  • Kraftlosigkeit betroffener Muskeln
  • Bewegungseinschränkung bis hin zur Bewegungsunfähigkeit
  • Schwellung und Druckempfindlichkeit

RICHTIGE SOFORTMASSNAHMEN

Die richtigen Sofortmaßnahmen anhand eines einfachen Schemas (nach Böhmer) helfen, den Heilungsverlauf günstig zu beeinflussen und weitere Schäden zu verhindern.

P = Pause
Als erstes gilt bei einer Verletzung des Bewegungsapparats der Grundsatz: Sofort die sportliche oder sonstige Tätigkeit einstellen. Die Ruhigstellung der betroffenen Strukturen ist meistens sinnvoll. Unter weiterer Belastung kann sich die Verletzung verschlimmern oder zu weiteren Schäden führen. Das Risiko einer längeren Verletzungspause steigt folglich an!

E = Eis (oder generell Kühlung)
Mitentscheidend für den Heilungsverlauf und die weitere Behandlung ist die rasche Kälteanwendung. Sie bewirkt bei der Behandlung von Weichteilverletzungen die Verminderung von Einblutungen und Schwellungen durch Verengung der Blutgefäße. Die Kälte verlangsamt den Stoffwechsel im Gewebe und verhindert so die Ausdehnung des Gewebeschadens. Außerdem lindert die Kälte den Schmerz.

Dabei ist die Dicke des Weichteilgewebes oder der verletzten Muskulatur ausschlaggebend für die Dauer des Kältereizes. Es sollte tiefenwirksam und entsprechend lang gekühlt werden. Verletzungen im Bereich von Knöchel oder Knie sollten ca. 30 Minuten, eine Verletzung am Oberschenkel ca. 45 Minuten gekühlt werden. Es ist sinnvoll, die Kühlung wiederholt über zwei bis drei Stunden fortzusetzen, um den blutungsstillenden und schwellungshemmenden Effekt aufrechtzuerhalten.

Kältepackungen sollten niemals direkt auf die Haut gelegt werden. Decken Sie die verletzte Stelle mit einem Tuch ab oder umwickeln Sie den Bereich locker mit ein paar Lagen einer Kompressionsbinde. Dann legen Sie die Kühlpackung auf und fixieren Sie diese mit einer elastischen Binde oder einer Mullbinde.

Es stehen mehrere Kühlungsmöglichkeiten zur Verfügung: Eispackungen mit viskösem Gel, die zuerst gekühlt werden müssen und mehrfach verwendbar sind, sowie Kältesprays zur lokalen Schmerzbekämpfung. Im Notfall, wenn nichts Anderes zur Hand ist, helfen auch einfache kalte Umschläge oder ein Eisbeutel.
Bei einer offenen Wunde sollte vor der Kühlung eine Abdeckung erfolgen.

C = Compression
Das Anlegen eines Druckverbands mit mäßiger Spannung ist der nächste Schritt. Komprimierende Verbände werden vor allem an den Gliedmaßen bei Schwellungen, an den Gelenken bei Ergüssen, nach Gelenkszerrungen (Distorsionen) und Prellungen eingesetzt.

Ziel der Kompression is, nach dem Kühlen Einblutungen und Schwellungen zu verhindern bzw. zu minimieren.

Der Verband sollte straff gewickelt werden, darf allerdings keine Schmerzverstärkung bewirken. Kommt gar ein Taubheitsgefühl oder Kribbeln auf, muss der Verband umgehend gelockert werden.

H = Hochlagerung
Das Ruhigstellen in der akuten, schmerzhaften Phase einer Verletzung ist oft mit der Hochlagerung des verletzten Körperbereichs verbunden. Durch die Hochlagerung wird der orthostatische Druck gesenkt. Das führt dazu, dass der Gewebedruck fällt und somit die Schwellungsneigung und die damit verbundenen Schmerzen vermindert werden. Bei ausgedehnten Schwellungen empfiehlt es sich, die Hochlagerung konsequent durchzuführen. Auch im weiteren Verlauf der Behandlung sollte – je nach Verletzung und Verlauf – das verletzte Körperteil regelmäßig hochgelagert werden.

Arztbesuch dringend empfohlen
Bei einer akuten Verletzung ist unbedingt anzuraten, nach den Sofortmaßnahmen einen Arzt aufsuchen. Nur so können durch eine spezifische klinische und – falls notwendig – eine apparative Untersuchung eine genaue Diagnose gestellt, sowie eine verletzungs- und patienten-individuelle Therapie eingeleitet werden.