Der sogenannte Hüftschnupfen, medizinisch als Coxitis fugax bezeichnet, ist eine vorübergehende Entzündung des Hüftgelenks, die fast ausschließlich bei Kindern auftritt. Am häufigsten betroffen sind Kinder im Alter zwischen drei und zehn Jahren. Die Erkrankung beginnt oft plötzlich und äußert sich durch Schmerzen in der Hüfte, Leiste oder im Knie sowie durch ein deutliches Hinken oder die Weigerung, das betroffene Bein zu belasten.
Hüftschnupfen Tritt oft nach einem Infekt auf
Typisch für den Hüftschnupfen ist das Auftreten nach einem vorausgegangenen Infekt, etwa einer Erkältung oder einer Magen-Darm-Erkrankung. Vermutet wird eine immunologische Reaktion, bei der sich Flüssigkeit im Hüftgelenk ansammelt und dadurch Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursacht. In den meisten Fällen ist das Allgemeinbefinden der Kinder nur gering beeinträchtigt. Fieber fehlt häufig oder ist nur leicht ausgeprägt.
Mit Ultraschall werden Hüftgelenke untersucht
Die Diagnose wird in der Regel anhand der Symptome, der körperlichen Untersuchung und gegebenenfalls mittels Ultraschall gestellt, um die Gelenkflüssigkeit sichtbar zu machen.
Wichtig ist dabei vor allem, ernsthafte Erkrankungen wie eine bakterielle Gelenkentzündung auszuschließen, da diese ein völlig anderes Vorgehen erfordern würden. Die Behandlung des Hüftschnupfens ist meist unkompliziert. Zentrale Maßnahmen sind konsequente Schonung des Hüftgelenks und, falls nötig, die Gabe von schmerzlindernden und entzündungshemmenden Medikamenten. Körperliche Belastung und Sport sollten unbedingt vermieden werden, bis die Beschwerden vollständig abgeklungen sind.
In der Regel bessern sich die Symptome innerhalb weniger Tage deutlich und verschwinden spätestens nach ein bis zwei Wochen vollständig. Dauerhafte Schäden sind nicht zu erwarten. Dennoch sollte bei starken Schmerzen, hohem Fieber oder einer Verschlechterung des Zustands stets eine ärztliche Abklärung erfolgen, um andere Ursachen sicher auszuschließen.
Tipp für die Eltern: Ruhe bewahren
Auch wenn die plötzlichen Schmerzen und das Hinken zunächst beunruhigend wirken, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren. Entscheidend ist, dem Kind ausreichend Zeit zur Erholung zu geben und die empfohlenen Schonmaßnahmen konsequent einzuhalten. Eltern sollten aufmerksam beobachten, wie sich die Beschwerden entwickeln. Eine langsame, aber stetige Besserung ist typisch. Gelassenheit und Geduld sind in dieser Phase oft genauso wichtig wie die medizinische Begleitung.