Brennende, kribbelnde oder taube Stellen an der Außenseite des Oberschenkels können auf eine Meralgia paraesthetica hinweisen. Dabei wird ein sensibler Hautnerv im Bereich der Leiste gereizt oder eingeengt.
Gut zu wissen
Der betroffene Nerv steuert keine Muskeln. Deshalb kommt es normalerweise nicht zu einer Lähmung, sondern lediglich zu Missempfindungen der Haut.
Was passiert dabei?
Bei der Meralgia paraesthetica ist der Nervus cutaneus femoris lateralis betroffen. Dieser Nerv verläuft vom Becken durch den Leistenbereich zur Außenseite des Oberschenkels. Er ist ein reiner Gefühlsnerv und versorgt die Haut in diesem Bereich.
Wird der Nerv unterwegs gereizt, eingeengt oder unter Druck gesetzt, kann er falsche Signale weiterleiten. Dann entstehen Beschwerden wie Brennen, Kribbeln, Taubheitsgefühl oder stechende Schmerzen.
Wo treten die Beschwerden auf?
Typisch ist ein handflächengroßes Beschwerdeareal an der vorderen oder seitlichen Außenseite des Oberschenkels. Viele Patienten können die betroffene Stelle sehr genau zeigen. Die Beschwerden reichen häufig bis oberhalb des Knie. Da der Nerv keine Muskeln steuert, treten keine Lähmungen auf. Bei starken Schmerzen kann es aber vorkommen, dass Betroffene das Bein schonen oder bestimmte Bewegungen vermeiden.
Was kann es verstärken?
Die Beschwerden nehmen häufig zu, wenn der Nerv im Leistenbereich zusätzlich gespannt oder gedrückt wird. Das kann zum Beispiel bei längerem Stehen, Überstrecken des Beines oder Druck durch enge Kleidung, Gürtel oder Hosenbund passieren.
Sitzen oder eine leichte Beugung der Hüfte kann den Nerv dagegen entlasten und die Beschwerden manchmal lindern.
Wann abklären lassen?
Wenn Brennen, Taubheit oder Schmerzen am Oberschenkel länger anhalten, stärker werden oder immer wieder auftreten, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.




