Was im Körper passiert, welche Auslöser typisch sind und warum sich der Schmerz nicht immer vermeiden lässt. Seitenstechen ist nichts Schlimmes, es ist einfach nur unangenehm und meist im Moment unpassend.
Ganz sicher hatte ihn schon jeder Mal, diesen stechenden Schmerz in der Seite, der einen zwingt, das Tempo zu drosseln oder sogar stehen zu bleiben. Seitenstechen gehört zu den häufigsten Beschwerden bei Ausdauerbelastungen – besonders beim Laufen, aber auch beim Reiten oder Schwimmen. Beim Radfahren tritt es dagegen deutlich seltener auf.
Typisch ist, dass der Schmerz meist im mittleren Bauchbereich auftritt, etwa auf Höhe der Lendenwirbelsäule und unterhalb der Rippen – häufig auf der rechten Seite. Auffällig ist außerdem: Seitenstechen entsteht vor allem bei Sportarten mit wiederkehrender Bewegung des Oberkörpers, insbesondere wenn dieser aufrecht ist und rhythmisch rotiert.
Ursachen sind nicht vollständig bekannt
Die genauen Ursachen sind bis heute nicht vollständig geklärt. Eine plausible Erklärung sieht die Reizung der äußeren Schicht des Bauchfells als Auslöser. Diese empfindliche Gewebeschicht kleidet die Bauchhöhle aus und reagiert sensibel auf mechanische Belastung. Durch Bewegung und Reibung – insbesondere zwischen Bauchfell und den inneren Organen – können Schmerzen entstehen. Ein wichtiger Faktor scheint dabei auch die Verdauung zu sein. Ein voller Magen verstärkt die Reibung im Bauchraum zusätzlich. Deshalb gilt: Wer Sport treiben möchte, sollte zwischen letzter Mahlzeit und Belastung ausreichend Zeit einplanen. Ein Abstand von zwei, besser drei Stunden kann das Risiko deutlich reduzieren. Auch Getränke spielen eine Rolle. Besonders stark zuckerhaltige oder hypertonische Getränke wie Limonaden oder Fruchtsäfte können das Risiko für Seitenstechen erhöhen – vor allem, wenn sie kurz vor oder während der Belastung in größeren Mengen konsumiert werden. Kleinere Flüssigkeitsmengen sind während des Sports meist besser verträglich.
Interessant ist auch der Einfluss von Alter und Trainingszustand. Seitenstechen tritt häufiger bei jüngeren Menschen auf und scheint mit zunehmendem Alter seltener zu werden. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass regelmäßiges Training und eine gut entwickelte Rumpfmuskulatur das Auftreten begünstigender Faktoren reduzieren können – ein zuverlässiger Schutz ist das jedoch nicht.
Was hilft akut bei Seitenstechen?
Viele kennen den Reflex, tiefer zu atmen oder die schmerzende Stelle zu massieren. Diese Maßnahmen können im Einzelfall Erleichterung bringen, sind aber wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Die effektivste Lösung bleibt daher oft die einfachste: Tempo reduzieren oder kurz pausieren.
Unterm Strich zeigt sich: Seitenstechen ist unangenehm, aber in der Regel harmlos. Wer auf ausreichend Abstand zwischen Essen und Sport achtet, passende Getränke wählt und seinen Körper gut trainiert, kann das Risiko deutlich verringern – ganz vermeiden lässt es sich jedoch nicht immer.