Von nutzlosem Tran und gefährlichen Schmerzmitteln. Foto: (c) phodopus - depositphotos.com
Von nutzlosem Tran und gefährlichen Schmerzmitteln. Foto: (c) phodopus - depositphotos.com

Zu viele Tabletten sind auch nicht gut!

Der Griff zur Pille geht enorm schnell. Ei­ne hiergegen, die an­de­re dagegen. Doch oft­mals ver­stecken sich hin­ter Stand­ards und Wer­be­ver­spre­chungen entweder gar nichts oder Gefahren, die Lai­en nicht abzuschätzen wissen.

Herzinfarkt-Überlebende tragen laut einer Studie aus Dänemark ein um 30 Prozent erhöhtes Risiko für ei­nen weiteren Infarkt, wenn sie Schmerz­mittel einnehmen.

Die Süd­deut­sche Zeitung (11. September 2012) zi­tiert Kay Brune, Pharmakologe an der Un­iversität Erlangen: “Alle nichtsteroi­da­len Antiphlogistika – vom althergebrach­ten Paracetamol bis zum modernen Eto­ri­coxib – sind mit diesem Risiko verbunden. “ Das Problem liege im Wirkmechanismus. Diese Mittel lindern Schmerzen, indem sie die Bildung körpereigener Prostaglandi­ne hem­men. Diese haben viele Aufgaben im Kör­per, unter anderem die Weit­stel­lung von Blut­gefäßen, reagieren auf Schmerz­­zu­stände und lindern Entzün­dungen. Wer zu viele Schmerzmittel nimmt, reduziert auf Dauer die not­wendige Menge an Prostaglan­dinen. Wer jedoch alle zehn Tage einmal eine Schmerztablette schlucke, so Brune gegenüber der Süddeutschen Zei­tung, müsse keine Herzprobleme fürch­ten. Sportlern hingegen, die prophy­lak­tisch Schmerzmittel einnehmen, rät er aller­dings ab, das so zu tun. “Damit schä­digen sie Herz und Nieren dop­pelt.”

A propos Prophylaxe: Um sich vor Infarkten und Schlaganfall zu schützen, nehmen viele Men­schen Omega-3-Fettsäure-Kap­seln zu sich. Studien ha­ben allerdings ergeben, dass künstliches Fischöl Herzpa­tienten gar nichts bringt (Süddeutsche Zei­tung vom 12. Septem­ber 2012).

Viel besser sei, sich na­türlich zu ernähren. Zwei­mal die Woche Fisch statt Fleisch ist gesund für Herz und Gefäße. Und Vi­ta­mi­ne gibt es auch na­türlich ge­wach­sen: Obst, Gemü­se und Ge­treide. Ein Apfel ent­halte tau­send Sub­stan­zen, ein Vita­min­pulver hin­ge­gen nur ein gu­tes Dutzend. Darü­ber sind sich Er­­näh­rungsexperten und Kar­dio­logen einig.