Sonne tanken. Foto: (c) aldofoto.com
Sonne tanken. Foto: (c) aldofoto.com

Vitamin D-Produktion anregen

Ja, es gibt sie wirklich, die Pille für mehr Vitamin D. Aber sie muss nicht sein – außer sie wird von ärztlicher Seite verordnet. Die effektivste und günstigste Methode, um etwas für seine Gesundheit zu tun, ist, sich ausreichend an frischer Luft und unter freiem Himmel zu bewegen. Den ganzen Winter über haben wir uns gesehnt nach Sonnenstrahlen. Vielleicht hat uns diese Mangelerscheinung gar eine böse Grippe beschert. Das Immunsystem war wegen der mangelnden Sonnenaktivität heruntergefahren und so war es für Viren und Bakterien ein Leichtes, die Kontrolle über den Körper zu übernehmen. Aber jetzt ist Schluss damit. Raus in die Sonne und Energie tanken lautet die Devise, damit der Körper und das Immunsystem wieder in Schwung kommen.

Erheblicher Vitamin-D- Mangel in Deutschland
„Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung hat einen erheblichen Mangel an Vitamin D“, informiert die Internetseite gesundheitlicheaufklaerung.de. Dabei ist Vitamin D einer der wichtigsten Baustoffe für unser Immunsystem.

Wenn Sonnenlicht auf uns einstrahlt, wird in unserer Haut Vitamin D gebildet. Genauer gesagt, Vitamin D3 (Hormon Cholecalciferol) wird mit Hilfe der Sonne (UV-Strahlung) von der Haut selbst erzeugt. Da wir zu 90 Prozent das Vitamin D über die Sonne aufnehmen, ist die Sonne somit für uns die relevanteste Vitamin-D-Versorgung.

Der Winter 2012/2013 war übrigens ein besonders trüber. Der Deutsche Wetterdienst registrierte „noch nie so wenig Sonne“ seit 1951. Nur 47 Stunden Sonne im November, damit hatte auch nicht wirklich jemand gerechnet. So lässt sich durchaus erklären, warum in den vergangenen Wochen so viel Grippe-Fälle registriert wurden und die Ärzte alle Hände voll zu tun hatten.

Vitamin D: Einer der wichtigsten Baustoffe
Wissenschaftler haben nachweislich bewiesen, dass Vitamin D einer der wichtigsten Stoffe für den menschlichen Körper ist. Zu wenig davon über längere Zeit, sprich Mangelerscheinung, kann verschiedene akute und chronische Krankheiten provozieren: Grippale Infekte und Atemwegserkrankungen, Muskelschwäche, Schuppenflechte, chronische Niereninsuffizienz, Diabetes, Asthma, Parodontitis, kardiovaskuläre Erkrankungen (Probleme mit Herz und Blutdruck), Schizophrenie und Depressionen sogar bis hin zu Krebs.

Einer amerikanischen Studie aus dem Journal „Mayo Clinic Proceedings“ zufolge, so schreibt „Die Welt“, haben Forscher des UT Southwestern Medical Center in Dallas (Texas) fast 12.600 Patienten mit diagnostizierter Depression über vier Jahre untersucht. Anhand der Befunde kam man zu dem Schluss: Hohe Vitamin-D-Werte hängen direkt mit einem niedrigeren Risiko für Depressionen zusammen.

Dass Vitamin D-Mangel zu Problemen führen kann, hat man aber auch bereits in den 1920er Jahren festgestellt. Um bei Kindern die Knochenerkrankung Rachitis (verbogene Knochen) zu verhindern wurde den kleinen über Jahrzehnte hinweg der unangenehm schmeckende Lebertran verabreicht. Vitamin D ist wichtig für den Kalzium-Haushalt und reguliert den Auf- und Abbau der Knochen. Bei Erwachsenen kann der Mangel zu „weichen Knochen“ (Osteomalazie) oder Knochenabbau (Osteoporose) führen.

Wie komme ich an genügend Vitamin D?
Wie bereits erwähnt: Tabletten zu kaufen ist meist nur für Risikogruppen ratsam. Zu Risikopatienten zählen Schwangere und Frauen nach der Menopause, Ältere, Menschen, die bestimmte Medikamente auf Dauer einnehmen müssen, Personen mit dunklem Teint, und alle, die sich zu wenig im Freien aufhalten oder zu wenig Sonnenlicht an ihre Haut lassen (dürfen). Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach Calcidiol, 25-Hydroxy-Vitamin D3.

Für alle anderen gilt: Raus in die Sonne. Allen Stubenhockern sei gesagt: Man muss sich nicht stundenlang den herrlich wärmenden Sonnenstrahlen laben. Es genügen fünf Minuten täglich; so setzt man sich auch nicht dem Risiko einer Hautkrebserkrankung aus. Und übrigens: Auch falls Sie stundenlang in der Sonne lägen oder in der Sonne spazieren gingen, der Körper bildet nur so viel Vitamin D, wie er benötigt. Er hat einen Abschaltmechanismus für die Produktion.

Leider kann der Mensch den Bedarf an Vitamin D nicht vollends durch Lebensmittel decken. Aal, Hering und Lachs haben am meisten davon, doch man müsste schon kiloweise Fisch essen – und das täglich – um den Bedarf des Körpers an Vitamin D nachzukommen. Deshalb ist der tägliche Spaziergang in der Sonne, oder auch mal ein kurzes Sonnen-Anbeten auf dem Balkon oder der Terrasse die bessere und günstigere Lösung.

Information zum Schluss: Streng genommen handelt es sich bei Vitamin D nicht um ein echtes Vitamin, da der Körper das Vitamin D-Hormon unter Einfluss von UV-Licht in der Haut aus Vorstufen selbst herstellen kann.

Osteoporose
1. Endlich: Power tanken in der Sonne!
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